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Reise in die Niederlande zu Pfingsten: Regeln, Inzidenz, Kontrollen, Einreise

Inzidenz sechs mal so hoch wie in NRW : Warum ein Besuch in den Niederlanden an Pfingsten keine gute Idee ist

Die deutsche und die niederländische Regierung raten von Wochenendfahrten nach Holland ab. In der Grenzstadt Venlo liegt die Inzidenz bei 427. Wer trotzdem hinfährt, muss strikte Regeln beachten.

An Pfingsten klingt eine kurze Reise in die Niederlande verlockend. Eine gute Idee ist das aber nicht, auch wenn das Nachbarland erst kürzlich einige Corona-Maßnahmen gelockert hat. Denn das Auswärtige Amt rät weiterhin davor ab, es gelten für Reisende strikte Regeln. Die Niederlande ist als Corona-Hochinzidenzgebiet eingestuft – dort beträgt die Sieben-Tage-Inzidenz aktuell 186. In Venlo liegt der Wert sogar bei 427. Zum Vergleich: NRW hat aktuell eine Sieben-Tage-Inzidenz von 74.

Anfang Mai war es in Venlo schon zu einem Massenandrang deutscher Touristen gekommen. Die Stadt hatte die Parkplätze kurzfristig gesperrt und den Verkehr aus der Innenstadt geleitet. Jetzt sei man bereit, früher zu reagieren, sagte ein Sprecher der Stadt. „Unser Ziel ist es, dass es nicht so voll wird wie Anfang Mai.“ Venlos Bürgermeister Antoin Scholten habe schon mit Blick auf Pfingsten die Polizei um zusätzliche Unterstützung gebeten. „Wir behalten die Situation im Blick und sind bereit, Parkhäuser zu schließen“, sagte der Sprecher. Im Zweifel würden die Autofahrer nach Hause geschickt. „Wir sollen nicht vergessen, dass es noch immer Corona gibt.“

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Auch die NRW-Polizei hatte bereits Anfang der Woche von einem Kurzurlaub in die Niederlande abgeraten. Jeder solle sich selbst kritisch hinterfragen, ob es nicht kurz vor der Bewältigung der Pandemie übertrieben sei, die eigenen Freiheitsgelüste in einem Hochinzidenzgebiet auszuleben, hatte Michael Mertens, NRW-Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, mit Blick auf Ferienhausbesitzer gesagt.

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Wer trotz Warnungen und hoher Inzidenzen an Pfingsten in die Niederlande reist, sollte die aktuellen Regeln beachten. Deutschland gilt für die Niederlande als Hochrisikoland. Einreisenden empfiehlt die dortige Regierung eine zehntägige häusliche Quarantäne. Diese Regel entfällt jedoch für Kurz-Aufenthalte. Wer mit Bus oder Bahn über die Grenze fährt oder mit dem Flugzeug einreist, muss darüberhinaus einen aktuellen negativen PCR-Test vorlegen.

Ähnliche Regeln gelten auch für die Rückreise nach NRW. Wer länger als 24 Stunden im Nachbarland war, muss sich für zehn Tage in Quarantäne begeben, nach fünf Tagen kann man sich „freitesten“. Darüber hinaus müssen sich Einreisende vor der Ankunft in Deutschland auf www.einreiseanmeldung.de registrieren und den Nachweis über die Anmeldung bei Einreise mit sich führen. Für alle gilt bei der Rückreise aus dem Hochinzidenzgebiet eine Testpflicht – sie kann durch den Nachweis über die vollständige Covid-19-Impfung oder die Genesung nach einer Infektion ersetzt werden.

Die Testpflicht wird stichpunktartig kontrolliert, wie drei Fahrradfahrer aus Issum neulich feststellen durften. Sie waren für einen Kaffee nach Arcen gefahren, wurden auf der Rückreise in Deutschland kontrolliert – und mussten jeweils 88,50 Euro Strafe zahlen. Damit sind sie noch gut weggekommen, das Bußgeld hätte bis zu 250 Euro betragen können. Die Bundespolizei führe aktuell Stichprobenkontrollen in einem 30-Kilometer-Radius um die Grenze durch, sagte GdP-Chef Mertens. Auch die kommunalen Ordnungsbehörden kontrollieren Einreisende.