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Reaktion auf Beißattacken: Tierschützer fordern Hunde-Führerschein in NRW

Reaktion auf Beißattacken : Tierschützer fordern Hunde-Führerschein in NRW

Die Tierrechtsorganisation Peta hat die Einführung eines sogenannten Hunde-Führerscheins gefordert. Auslöser sind mehrere Angriffe aggressiver Hunde, die sich in den vergangenen Tagen in NRW ereignet hatten.

„Meist liegt das Problem nicht beim Hund, sondern am anderen Ende der Leine“, sagte Jana Hoger, Peta-Fachreferentin für tierische Mitbewohner. Viele Halter könnten ihre Haustiere nicht richtig einschätzen. Ein Sachkundenachweis für Hundehalter sei deshalb sinnvoll, wie das Beispiel von Niedersachsen zeige: Im Nachbarbundesland wurde 2013 der Hunde-Führerschein eingeführt und habe zu weniger Vorfällen geführt.

Die Tierrechtsorganisation reagierte mit ihrer Forderung auf jüngste Angriffe von Hunden auf Menschen und andere Hunde in NRW. Dabei wurden in Duisburg drei Menschen - darunter ein Polizist - verletzt, in Aachen biss ein Bullterrier einen Pudel tot.

Hoger zufolge sind die Halter für das Verhalten ihrer Hunde zuständig - unabhängig von der Rasse. „Jeder Hund, der falsch gehalten oder behandelt wird, kann zu einer Gefahr für Mensch und Tier werden - unabhängig davon, ob er einer ‚Rasse‘ angehört oder ein ‚Mischling‘ ist“, erklärte sie.

Der Hunde-Führerschein sieht vor, dass künftige Halter bereits vor der Anschaffung eines Haustieres einen Theoriekurs absolvieren: Dort sollen sie sich Fachwissen über eine tiergerechte Haltung und Aspekte wie Kommunikation und Bedürfnisse von Hunden aneignen. Auf den theoretischen Kurs folgt für Halter und Hund ein obligatorisches Praxisseminar in einer Hundeschule. Ein solcher Nachweis kann laut Peta sicherstellen, dass Halter sachkundig mit ihrem Tier umgehen und dessen Signale richtig deuten.

(mba/epd)