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Razzia gegen Einbrecher-Bande in NRW, Hessen und Frankreich

Razzia in Köln : NRW-Polizei gelingt Schlag gegen internationale Einbrecherbande

Nach monatelangen Ermittlungen haben Fahnder aus Deutschland und Frankreich am Mittwochmorgen in Köln, Hessen und Paris mehrere Durchsuchungen unternommen. Die mutmaßlichen Täter sollen auch in Seniorenheimen unterwegs gewesen sein.

Dabei seien acht von neun vorliegenden Haftbefehlen vollstreckt worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft Köln am Morgen mit. Außerdem wurden Immobilien beschlagnahmt. Die Verdächtigen sollen vorwiegend ältere Menschen durch Wohnungseinbrüche um ihre Ersparnisse gebracht haben. Außerdem wird ihnen Sozialbetrug vorgeworfen.

Die Ermittlungen richten sich laut einer Mitteilung der Polizei Köln gegen insgesamt zwölf Männer im Alter zwischen 20 und 53 Jahren sowie gegen 17 Frauen im Alter von 19 bis 84 Jahren. Haftbefehle sind gegen sechs Frauen und zwei Männer bereits vollstreckt worden. Neben fünf Immobilien in Ostheim und Flittard haben die Ermittler bis 12.30 Uhr am Mittwoch unter anderem mehrere Luxusgüter wie Autos im Wert von circa 100.000 Euro, Uhren im Wert von circa 60.000 Euro sowie circa 40.000 Euro Bargeld beschlagnahmt. Die Durchsuchungen dauern noch an.

Laut Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer soll ein Teil der Gruppierung zu mehrtägigen Einbruchstouren durch ganz Deutschland gefahren sein. Von Hotels aus, in denen sie sich einquartierten, sollen sie für eine Vielzahl von Einbrüchen unter anderem die Seniorinnen und Senioren in Heimen und Wohnanlagen verantwortlich sein.

„Nach Zeugenaussagen klingelten sie bei den Opfern und lockten sie unter einem Vorwand aus ihren Wohnungen. Mittäter nutzten die Situation, um mit selbstgebautem Einbruchswerkzeug in die Privaträume einzudringen und Wertsachen wie Gold, Schmuck und Bargeld zu entwenden“, erläutert Bremer das Vorgehen der Kriminellen.

Der Wert der beschlagnahmten Immobilien wird auf etwa 2,4 Mio. Euro geschätzt. Nach den bisherigen Ermittlungen gehen Staatsanwaltschaft und Polizei davon aus, dass illegale Gewinne der gewerbsmäßig handelnden Bande zum Erwerb der beschlagnahmten Häuser und Luxusgüter genutzt wurden. Die Beschlagnahme dient laut Polizei der Abschöpfung der illegalen Gewinne.

Die Mitglieder der Gruppierung gehörten zu einer aus dem früheren Jugoslawien stammenden Großfamilie, so die Mitteilung. Bei dem Zugriff in Frankreich hätten Kölner Ermittler die französischen Kollegen unterstützt.

(dtm/anst/dpa)