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Radfahrer auf A52 bei Marl angeschossen: Polizisten hielten Flambiergerät für Pistole

Radfahrer auf A52 bei Marl angeschossen : Polizisten hielten Flambiergerät für Pistole

Das Rätsel um den Radfahrer, der vergangene Woche auf der A52 bei Marl mit einem maskierten Plüschpanther unterwegs war und von Polizisten gestoppt und ins Bein geschossen wurde, ist weiter nicht gelöst. Eine Frage hat sich allerdings geklärt: Bei der vermeintlichen Waffe des Mannes handelte es sich um ein Flambiergerät.

Dieser Fall dürfte der Polizei schon viel Kopfzerbrechen bereitet haben: Am Mittwoch vergangener Woche, 15. März, meldeten Zeugen gegen 16.55 Uhr einen Mann, der auf einem Fahrrad auf der A52 in Richtung Haltern am See unterwegs war. Er war maskiert und hatte an seinem Rad einen schwarzen Plüschpanther befestigt, der wie der Radler ebenfalls eine Vendetta-Maske trug.

Polizisten stoppten den Mann, der später als 30 Jahre alter polizeibekannter Essener identifiziert wurde. Er flüchtete über die Leitplanke auf ein Feld, drehte sich dort zu den Beamten um und zog aus der Hosentasche einen Gegenstand. Einer der Beamten glaubte, eine Pistole zu erkennen, griff zu seiner Waffe und schoss dem Mann ins Bein.

Mittlerweile ist geklärt: Der Radfahrer hat keine Pistole, sondern ein Flambiergerät gezogen. Das teilte die Polizei Bochum am Freitag mit. Außerdem veröffentlichte sie ein Foto, auf dem die Situation am Tatort nachgestellt worden sein soll. Es soll erklären, warum die Polizisten das Flambiergerät möglicherweise mit einer Pistole verwechselten.

Der Essener hatte sich auch nicht ergeben, als er bereits verletzt am Boden lag. Die Beamten machten laut Polizei außerdem einen weiteren Gegenstand neben seinem Körper aus, der eine Sprengvorrichtung hätte sein können. Deshalb forderten sie Unterstützung durch das SEK an. Die SEK-Kräfte nahmen den 30-Jährigen schließlich fest.

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Laut Polizei wurde der Essener nach dem Vorfall operiert und wird weiter im Krankenhaus behandelt. Seine Genesung schreite voran. Der Mann, bei dem es der Polizei zufolge Hinweise auf eine psychische Erkrankung gibt, hat sich bislang noch nicht zu seinem Verhalten geäußert. Das Rätsel um den Stoff-Panther und die Masken besteht deshalb weiterhin. Sprengstoff oder Drogen seien in dem Stofftier nicht gefunden worden. Die Ermittlungen dauern an.

(lsa)