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„Querdenken“-Demos in Bonn, Düsseldorf: Reul warnt vor Unterwanderung durch Rechtsextreme

Veranstaltungen in Aachen und Düsseldorf : Reul warnt vor Unterwanderung durch Rechtsextreme bei „Querdenken“-Demos

Am Wochenende gab es in NRW mehrere Corona-Demos, darunter in Bonn, Aachen und Düsseldorf. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) geht davon aus, dass im Schnitt etwa ein Drittel der Teilnehmer auf solchen Demos zur rechtsextremen Szene gehören.

Am Wochenende waren entsprechende Demonstrationen in Aachen und Düsseldorf angekündigt. Der NRW-Innenminister empfahl den anderen Teilnehmern entweder dafür zu sorgen, dass Rechtsextreme von den Demos entfernt würden oder selbst nicht teilzunehmen. Das sagte er am Samstag im „Morgenecho“ bei WDR 5.

Denn Demonstranten mit einem echten Anliegen würden den Rechtsextremen Raum geben und Aufmerksamkeit verschaffen, um sich medienwirksam zu inszenieren, mahnte Reul. „Die ersten Versuche der Rechtsextremen, eigene Demonstrationen zu machen, sind ja kläglich gescheitert.“Kostenpflichtiger Inhalt

Direkte Verbindungen zwischen den „Querdenken“-Initiativen und der rechtsextremen Szene sähen die Behörden aktuell nicht, sagte Reul. Manche Mitglieder distanzierten sich klar von Rechten „und andere spielen mit oder begrüßen das sogar“. Die Gruppe der Demonstranten sei ebenfalls nicht homogen. „Das sind Impfgegner dabei, Esoteriker dabei, Leute, die ein richtiges Anliegen haben, Leute, die richtig Sorgen haben“, erklärte der NRW-Innenminister. Für die Polizei sei es schwierig, mit solchen durchmischten Gruppen richtig umzugehen.

In Düsseldorf kamen am Sonntag nach Angaben der Polizei „deutlich weniger“ Menschen zu einer „Querdenken“-Standkundgebung als erwartet.Kostenpflichtiger Inhalt Anstatt der angemeldeten 3000 Teilnehmer waren es nur rund ein paar Hundert Menschen. Mitarbeiter des Ordnungsamts kontrollierten in Düsseldorf die Einhaltung der Maskenpflicht. Ein Hubschrauber der Bundespolizei war im Einsatz. „Wir sind deutlich präsent“, sagte ein Polizeisprecher. Die Mehrheit der Teilnehmer trug Mund-Nasen-Bedeckungen. Nicht alle aber hielten den Mindestabstand von 1,5 Metern ein.

In der Bonner Innenstadt versammelten sich trotz eines Verbots des Ordnungsamts am Samstagabend rund 400 Menschen. Gegen 19.00 Uhr seien zahlreiche Personen über einige Zeit verteilt auf den Marktplatz geströmt, teilte ein Polizeisprecher mit. „Hierbei handelte es sich um eine verbotene Veranstaltung“, sagte er.

Die Veranstalter seien angezeigt und Beweise gesichert worden. Innerhalb einer guten Stunde habe sich die Versammlung wieder aufgelöst. 36 Verstöße gegen die Maskenpflicht seien festgestellt und zwei Männer in Gewahrsam genommen worden, weil sie die Einsätze von Polizei und Ordnungsamt störten. Eine Gruppe von rund 40 Menschen habe zwischenzeitlich lautstark gegen die Veranstaltung protestiert.

In Aachen verlief eine Demonstration des Netzwerks „Querdenken 241“ mit rund 250 Teilnehmern am Samstag friedlich. Zu angemeldeten Gegenversammlungen kamen laut Polizei rund 100 Personen. In Paderborn hatten am Freitagabend rund 400 Menschen gegen die Corona-Auflagen demonstriert.

(top/dtm/dpa/epd)