Prozess in Bielefeld: Jahrelange Haft für Betrug an Senioren mit „Polizeimasche“

Prozess in Bielefeld : Jahrelange Haft für Betrug an Senioren mit „Polizeimasche“

Wegen Trickbetrugs an Senioren mit der „Polizeimasche“ muss ein Paar aus Hannover und Elmshorn jahrelang ins Gefängnis. Die Geschädigten verloren mehr als eine halbe Million Euro an Bargeld, Schmuck und Gold.

Das Landgericht Bielefeld verurteilte die Betrüger, die sich als Polizisten ausgegeben hatten, am Mittwoch zu drei Jahren und sechs Monaten Haft für den Mann und vier Jahren und sechs Monaten für die vorbestrafte Frau. Die Geschädigten sind Senioren aus Hannover und Bielefeld. Sie verloren durch die Betrügereien Anfang dieses Jahres über eine halbe Million Euro an Bargeld, Schmuck und Gold.

Die beiden Täter hatten sich laut Gericht als vermeintliche Polizisten ausgegeben und bei alten Menschen hohe Bargeldsummen, Schmuck und Gold eingesammelt - angeblich, um den Besitz in Sicherheit zu bringen. Die Verurteilten waren bei dem Trickbetrug nach Ansicht des Gerichts nur das Ende in einer kriminellen Kette. Als Abholer sammelten sie die Beute in der Nähe der Opfer ein. Zuvor waren die Opfer über ein Callcenter in Izmir in der Türkei mit vermeintlichen Anrufen der Polizei getäuscht worden. Ihnen wurde eingeredet, sie müssten ihren Besitz an „Polizisten“ übergeben, um ihn in Sicherheit zu bringen.

Das Gericht würdigte, dass die beiden 28 und 27 Jahre alten Deutschen mit Wurzeln in Kasachstan und dem Kosovo durch umfassende Geständnisse den Opfern eine Aussage vor Gericht erspart hatten. Das Urteil blieb am unteren Strafrahmen, den zum Auftakt alle Prozessbeteiligten vereinbart hatten. In ihrem Plädoyer hatte die Staatsanwaltschaft für beide jeweils eine drei Monate längere Haftzeit gefordert.

(mba/dpa)
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