Protest gegen Massentierhaltung: Tierschützer besetzen Schlachthof in Düren

Protest gegen Massentierhaltung : Tierschützer besetzen Schlachthof in Düren

In der Nacht zu Montag hat eine Gruppe von rund 30 Personen einen Schlachthof in Düren besetzt. Sie blockierten die Zufahrt und kletterten aufs Dach. Die Polizei hat am Nachmittag mit der Räumung begonnen.

Tierrechtsaktivisten haben am Montag den Schlachthof von Düren bei Aachen besetzt und damit einen größeren Polizeieinsatz ausgelöst. Rund 30 Aktivisten seien an der Besetzung beteiligt, sagte eine Polizeisprecherin am Montag: „Hier geht es um Tierschutz. Es handelt sich um Tierrechtsaktivisten“, sagte die Sprecherin. Vier Aktivisten, die sich inzwischen freiwillig wegbewegt hätten, seien in Gewahrsam genommen worden. Die Identität der Frauen konnte bislang nicht zweifelsfrei festgestellt werden, da sie keine Angaben zu ihrer Identität machten und eine Identifizierung aufgrund von Manipulation an den Fingerkuppen nicht möglich war.

Die Besetzung hat laut Polizei in der Nacht zu Montag begonnen. „Zehn bis zwölf Personen haben die Zufahrt blockiert und es befinden sich auch Personen auf dem Dach“, so die Polizei. Ein Teil der Besetzer habe sich angekettet. Der Schlachthofbetrieb sei vorübergehend eingestellt worden.

Gegen mehrere Personen wurde Anzeige wegen Landfriedensbruchs erstattet.

Am Mittag hat die Polizei mit der Räumung des Schlachthofs begonnen. Zunächst lösten Einsatzkräfte nach Angaben einer Sprecherin zehn Tierrechtsaktivisten, die sich an einer Rampe festgekettet hatten. Zusammen mit zwei weiteren Aktivisten wurden sie zur Feststellung der Identität in Gewahrsam genommen. Auch das Flachdach und der besetzte Schornstein wurden nach Polizeiangaben geräumt. Dazu wurde nach Beobachtung eines dpa-Reporters auch eine Hebebühne eingesetzt.

In einem mutmaßlichen Bekennerschreiben hieß es, die „autonome Gruppe“ wende sich mit der Aktion gegen das „massenhaften Töten von fühlenden Wesen“. Die Fleischindustrie sei auch ökologisch nicht tragbar. Der Schlachthof selbst wollte sich auf Anfrage nicht zu den Vorgängen äußern.

In einem mutmaßlichen Bekennerschreiben, das im Internet veröffentlicht worden war, hieß es, die „autonome Gruppe“ wende sich mit der Aktion gegen das „massenhaften Töten von fühlenden Wesen“. Der Massenkonsum tierischer „Produkte“ trage erheblich zur Klimakrise bei und verbrauche Unmengen an Wasser und Energie, war in einem Schreiben auf der Homepage der Besetzer im Hambacher Forst „Hambi bleibt“ zu lesen.

Wie die Polizei erklärte, spiele sich die Aktion bislang ausschließlich auf dem Gelände des Schlachthofs ab, die Besetzung habe bisher keine direkten Auswirkungen auf das öffentliche Leben oder die Verkehrslage. Das Ziel der Einsatzkräfte vor Ort sei es, die Personen dazu zu bewegen, das Gelände friedlich und freiwillig zu verlassen.

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(mso/dpa)
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