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Prostitution in NRW: Mehr minderjährige Opfer von Menschenhandel

Prostitution und Ausbeutung : Mehr minderjährige Opfer von Menschenhandel in NRW

Im Bereich des Menschenhandels und der sexuellen Ausbeutung ist die Zahl der von der Polizei erfassten minderjährigen Opfer gestiegen. Viele wurden in die Prostitution gezwungen.

Das geht aus dem neuen „Lagebild Menschenhandel 2019“ des Landeskriminalamts NRW hervor. Demnach stieg die Zahl der unter 18-jährigen Opfer von 24 auf 28 im Vergleich zum Vorjahr.

Die Zahl der Strafverfahren sank in diesem Bereich im gleichen Zeitraum um fast 16 Prozent auf 96 - im Vergleich zu 114 im Vorjahr. Der höchste Stand der vergangenen zehn Jahre war 2010 mit etwa 130 Verfahren erreicht worden.

Straßenprostitution ging schon im Jahr vor der Corona-Pandemie deutlich zurück und verlagerte sich in Wohnungen, berichteten die Ermittler. Insgesamt wurden 113 Opfer und 150 Verdächtige gezählt.

Die Ermittler verlagerten 2019 ihren Ansatzpunkt: Die Zahl der Bordellkontrollen sank um 22 Prozent, die der Finanzermittlungen stieg dafür um 25 Prozent.

In Krefeld habe ein Zuhälter, selbst noch Schüler, eine geistig zurückgebliebene 19-Jährige mit Hilfe der Loverboy-Masche in die Prostitution geschickt und sämtliche Einnahmen behalten. Die junge Frau habe vor Gericht nicht gegen ihn aussagen wollen, er habe aber schließlich ein Geständnis abgelegt.

Im Bereich des Menschenhandels stieg die Zahl der deutschen Verdächtigen um fast 80 Prozent auf einen Anteil von einem Drittel. Der Anteil der rumänischen Verdächtigen stieg um 75 Prozent auf fast ein Fünftel.

(top/dpa)