Ponyhof Sonnenschein in Bergisch Gladbach muss schließen

Entscheidung der Stadt: Ponyhof Sonnenschein in Bergisch Gladbach muss schließen

Nach Beschwerden von Anwohnern muss der Ponyhof Sonnenschein in Bergisch Gladbach schließen. Die Nachricht der Stadt erreichte Pächterin Sabine Hoff kurz vor Karneval. Doch aufgeben will sie nicht.

Monatelang hat Sabine Hoff um ihren Ponyhof gebangt, 13.000 Unterschriften hat sie gesammelt von Menschen, die gegen die Schließung des Hofs im Bergisch Gladbacher Stadtteil Moitzfeld waren — doch am Ende hat es alles wohl nichts genutzt. Der Betrieb muss Mitte April schließen. Diese Entscheidung ist nach dem Anhörungsverfahren der städtischen Bauaufsicht Anfang Februar gefallen, wie eine Sprecherin der Stadt Bergisch Gladbach mitteilt. Der Betrieb war zwar seit 1998 geduldet, es gab aber keine bauordnungsrechtliche Genehmigung dafür.

Foto: Sabine Hoff

"Ein Bote hat den Brief einen Tag vor Weiberfastnacht gebracht", sagt Hoff. Die 51-Jährige will die schlechte Nachricht erst einmal sacken lassen und dann mit ihrem Anwalt besprechen, ob es noch irgendwelche Möglichkeiten gibt. "Ich werde das nicht einfach so hinnehmen", sagt die Pächterin des Hofs, zu dem 24 Ponys gehören.

Bürgermeister Lutz Urbach bezeichnet den Hof zwar als "wertvolles Angebot in der Stadt", da er fast 20 Jahre lang Kindern ermöglicht habe, Zeit mit Tieren in der Natur zu verbringen. "Nach unserer Kenntnis ist aber der kleine geduldete Betrieb über die beiden Jahrzehnte sehr viel größer geworden", teilt Urbach mit. Eine Nutzung des Geländes als Ponyhof sei nicht zulässig.

Reitplatz war nur geduldet

Beschwerden von Nachbarn hatten die Stadt im August vergangenen Jahres aufmerksam werden lassen. Sabine Hoff sagt: "Es war vor allem ein Nachbar. Hier stehen doch nur drei Häuser in der Nähe des Hofs." Es ging vor allem um den Reitplatz. Dass die Ponys beim Traben Sand aufwirbeln, hatte den Nachbarn gestört. Der Reitplatz war aber nur unter der Auflage geduldet, dass die Pferde und Reiter niemanden stören.

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Nach Angaben der Stadt haben insgesamt 14 Nachbarn sich darüber beschwert, dass der Reitbetrieb seit drei Jahren immer weiter zugenommen habe. Außerdem gebe es für zwei Scheunen auf dem Gelände keine Baugenehmigung. Hoff sagt, ihr Vater habe diese Scheunen schon in den 1960er Jahren gebaut.

Viele Kinder sind mit den Ponys groß geworden

Sabine Hoff sagt, sie hat den Betrieb so gut es geht runtergefahren: "Dienstags sind hier sechs Kinder, sonntags und montags bieten wir gar nichts an, an den anderen Tagen reiten die Kinder vormittags — ich verstehe wirklich nicht, wer sich davon gestört fühlen kann."

Viele Kinder kümmern sich um ihre Pflegeponys auf dem Hof, sind mit den Tieren groß geworden, im Sommer ziehen sie mit ihnen über die Weiden. "Ich habe es erst einmal nur den Großen erzählt, die sind natürlich traurig", sagt Hoff. "Sie haben Angst, dass ich die Ponys abgeben muss." Während des Anhörungsverfahrens hat Hoff einige Tiere schon in anderen Ställen untergebracht, um ihr Entgegenkommen zu demonstrieren. Eine "Verlagerung des Reitplatzes", wie von der Stadt gewünscht, ist unmöglich, sagt sie. "Das geht baulich gar nicht, es gibt schlicht keinen anderen Platz."

Die ganze Zeit über hält sie schon Ausschau nach einem neuen Hof, doch bisher hat sich nichts ergeben. Die meisten ihrer Ponys hat sie schon 15 bis 20 Jahre. "Ich kann mir nicht vorstellen, sie wegzugeben." Und so hält sie an ihrem Plan fest, mit all ihren Tieren auf einen anderen Hof zu ziehen. Die drei Weiden, die zum Ponyhof Sonnenschein gehören, wird sie aber in keinem Fall verkaufen, sagt sie. "Ich verstehe nicht, warum Leute aufs Land ziehen, wenn sie sich dann von Tieren und der Natur gestört fühlen."

(hsr)