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Polzist in Gevelsberg angeschossen: Reul fordert gesellschaftliche Debatte über Gewalt

Polizist in Gevelsberg angeschossen : NRW-Innenminister Reul fordert gesellschaftliche Debatte über Gewalt

Bei einem Schusswechsel während einer Fahrzeugkontrolle im nordrhein-westfälischen Gevelsberg ist am Dienstag kurz vor Mitternacht ein 28-jähriger Polizist schwer verletzt worden. Herbert Reul zeigte sich entsetzt.

Der 36-jährige Tatverdächtige floh nach den Schüssen, wurde jedoch im Zuge einer Fahndung gut vier Stunden später in Gevelsberg festgenommen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch in Hagen mitteilten.

Bei der Festnahme gab es dann eine weiteren Schusswechsel, bei dem der mutmaßliche Täter schwer verletzt wurde. Nach ersten Erkenntnissen bestand bei beiden Verletzten keine Lebensgefahr. In dem Fall ermittelt nun eine Mordkommission.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) forderte angesichts der Tat "eine gesellschaftliche Debatte über Gewalt". Nach Angaben des Düsseldorfer Innenministeriums gab der Täter mehrere Schüsse auf den 28-Jährigen und dessen Kollegen ab. Ein Schuss traf den Beamten am Oberkörper. Wahrscheinlich rettete dem 28-Jährigem demnach nur seine Schutzweste das Leben.

Dem verletzten Beamten wünschte der Innenminister gute Besserung und viel Kraft bei der Verarbeitung dieses traumatischen Erlebnisses. "Der Beruf des Polizisten ist lebensgefährlich, das gilt nicht nur für Spezialeinheiten, sondern für jeden, der auf der Straße seinen Dienst verrichtet. Umso wichtiger ist es, alles zu tun, um diese Männer und Frauen, die für die Sicherheit aller Bürgerinnen und Bürger dieses Risiko jeden Tag eingehen, bestens zu schützen", so Reul. Seit Mitte 2017 hat das Land Nordrhein-Westfalen insgesamt mehr als 40 Millionen Euro in die Schutzausstattung der Polizei investiert. Dafür wurden unter anderem die Schutzwesten verbessert und ballistische Helme für die Polizistinnen und Polizisten angeschafft.

Erst am vergangenen Mittwoch war ein ebenfalls 28-jähriger Polizeibeamter beim Einsatz eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) in Gelsenkirchen ums Leben gekommen, nachdem auf ihn geschossen worden war. "Irgendwas ist verrutscht, dass Polizeibeamte inzwischen offenbar als vogelfrei gelten. Das fängt bereits bei kleinen Respektlosigkeiten im Alltag an und steigert sich dann zu solchen Angriffen wie heute Nacht in Gevelsberg", so Reul.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Polizist in Gevelsberg nach Schusswechsel verletzt

(dtm/AFP)