Kampf gegen das Verbrechen Wie die Polizei in NRW Straftaten eindämmen will

Düsseldorf · Gewalt, Raub und Betrug: Durch Straftaten entsteht jährlich in NRW ein finanzieller Schaden von mehr als einer Milliarden Euro. Ein neues digitales Präventionszentrum der NRW-Polizei soll dem nun entgegenwirken. Was dieser digitale Servicepoint bietet.

 In NRW werden jedes Jahr rund eine Millionen Straftaten zur Anzeige gebracht.

In NRW werden jedes Jahr rund eine Millionen Straftaten zur Anzeige gebracht.

Foto: dpa/Swen Pförtner

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen setzt im Kampf gegen das Verbrechen auf Prävention. Um die Zahl der jährlich mehr als eine Million bei der Polizei angezeigten Delikte zu reduzieren, ist nun das erste digitale Beratungs- und Präventionszentrum der NRW-Polizei in Köln an den Start gegangen. „Unsere Präventionsarbeit ist damit noch professioneller und moderner aufgestellt“, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU). „Bei der Beratungsstelle handelt es sich um einen modernen Servicepoint für die Bevölkerung, der den aktuellen Erfordernissen der polizeilichen Kriminalprävention gerecht wird“, betonte Reul.

Durch Straftaten wird laut NRW-Innenministerium landesweit jährlich ein finanzieller Schaden von mehr als einer Milliarden Euro verursacht. Die meisten der jährlich mehr als eine Million bekanntgewordenen Straftaten sind Gewalt- und Diebstahlsdelikte sowie Betrug und Cybercrime. Hinzu kommt eine Dunkelziffer, die Experten zufolge sehr hoch sein dürfte.

Im neuen „Servicepoint“, der rund 1,6 Millionen Euro gekostet hat, arbeiten mehrere geschulte Kriminalpräventionsexperten. Sie beraten zu: Cybercrime, Kindeswohlgefährdung und Jugendkriminalität, sexuelle Gewalt, politisch motivierte Kriminalität sowie Einbruch und Diebstahl sowie zum polizeilichen Opferschutz. Angedockt sind dort auch die bereits bestehenden landesweiten Präventionskampagnen „Riegel vor! Sicher ist sicherer!“, „Sicher im Alter“, „Augen auf – Tasche zu“ und „Mach Dein Passwort stark“.

Dieses Beratungs- und Präventionszentrum sei ein Leuchtturmprojekt der NRW-Polizei für Digitalisierung, sagte Ingo Wünsch, Direktor des Landeskriminalamtes. Eine Projektgruppe unter Federführung des LKA war maßgeblich an der Errichtung des Präventionszentrums beteiligt.

Die neue Einrichtung richtet sich vor allem an Menschen, die nicht persönlich erscheinen können – sei es gesundheitlichen oder zeitlichen Gründen. „Wir sind in der Lage, Präventionsthemen mit moderner Übertragungstechnik in das Lebensumfeld derer zu transportieren, die beispielsweise aus zeitlichen Gründen nicht zur Polizei kommen können oder zum Beispiel mit dem Tablet in der Hand auf der Baustelle zum Einbruchschutz beraten werden möchten“, sagte Kölns Polizeipräsident Johannes Hermanns. Beratung beschränkt sich damit nicht nur auf die neuen Räume, sondern ermöglicht die Teilhabe im virtuellen Raum", so Hermanns. Möglich sei das durch Übertragungen durch Kameras, eine Mikrofonanlage, Lautsprecher und ein Videokonferenzsystem.

( csh)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort