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Polizei in NRW: Beamte im Streifendienst sollen Taser testen

Pilotprojekt : NRW-Polizei soll Taser im Streifendienst testen

Viele sehen es als Wunderwaffe - das NRW-Innenministerium zeigt sich nach ersten Tests mit Tasern eher skeptisch: Teuer und nicht für jeden Einsatz geeignet. Dennoch sollen die Geräte erstmals im Streifendienst getestet werden.

Ausgewählte Dienststellen der NRW-Polizei sollen sogenannte Taser im Streifendienst testen. Das Pilotprojekt soll nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur zum Jahreswechsel in drei bis sechs Polizeibehörden starten. Danach soll entschieden werden, ob Taser landesweit eingesetzt werden. Die Kosten würden laut einem Bericht des Innenministeriums an den Landtag bei 57 bis 61 Millionen Euro für fünf Jahre liegen.

Taser - offiziell „Distanzelektroimpulsgeräte“ (DEIG) - werden bisher nur von Spezialeinheiten der NRW-Polizei verwendet. Das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste hatte zuletzt Taser intern getestet. Das Ergebnis laut Innenministerium: Ein Taser eigne sich nur „für statische Einsatzsituationen“, bei der die „bewaffnete Person keine erkennbaren Angriffstendenzen gegen andere zeigt“. Sei das Gegenüber mit einer Schusswaffe ausgerüstet, eigne sich ein DEIG selbst in solch einer vergleichsweise ruhigen Situation nicht.

Wenn sich ein mit Messer oder Pistole bewaffneter Angreifer bewege, sei das Gerät ebenfalls ungeeignet - weil die Schüsse mit den Pfeil-Elektroden leicht daneben gehen könnten. Wegen dieser Einschränkungen und der hohen Kosten sollen die Taser nach dpa-Informationen zunächst in repräsentativen Polizeibehörden getestet werden: Mindestens in einem großen und einem mittelgroßen Präsidium sowie in einem Landkreis.

In Rheinland-Pfalz werden Taser bereits im Streifendienst eingesetzt. Vorangegangen war ein einjähriger Test bei der Polizeidirektion Trier. Die mit Tasern außer Gefecht gesetzten Personen seien dabei unmittelbar im Anschluss medizinisch begutachtet worden.

Die optimale Entfernung beim Einsatz eines Tasers liegt zwischen einem und drei Meter. Das Gerät ist mit zwei Kartuschen ausgestattet und besitzt eine Laserzieleinrichtung. Der Taser gibt laut Polizei beim Einsatz maximal 1,3 Milliampere (0,0013 Ampere) an den Körper des Gegenübers ab. Die Stromstöße werden in 19 Impulsen pro Sekunde abgegeben.

(dtm/dpa)