3000 Einstellungen pro Jahr Polizei-Gewerkschaft sieht Nachwuchsziel in NRW in Gefahr

Düsseldorf · Zu wenige Bewerber, langes Warten auf die Zusage und eine 41-Stunden-Woche – nach Ansicht der Gewerkschaft der Polizei muss sich einiges ändern, damit die Landesregierung ihr Einstellungsziel noch erreicht.

Kommissar-Anwärter und -Anwärterinnen stehen bei der Vereidigungsfeier der Polizeien Köln, Bonn und Aachen vor dem zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Schloss Augustusburg mit Alltagsmasken. (Archivfoto)

Kommissar-Anwärter und -Anwärterinnen stehen bei der Vereidigungsfeier der Polizeien Köln, Bonn und Aachen vor dem zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Schloss Augustusburg mit Alltagsmasken. (Archivfoto)

Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

Die Landesregierung droht bei ihrem Ziel, jedes Jahr 3000 Nachwuchspolizisten einzustellen, nach Ansicht der Gewerkschaft der Polizei (GdP) erneut zu scheitern. Zwar hätten sich 11.335 junge Menschen im vergangenen Jahr bei der Polizei in NRW beworben, teilte die GdP am Mittwoch mit. Erfahrungsgemäß durchlaufe aber nur jeder Fünfte erfolgreich alle Einstellungstests. Demzufolge wären 15.000 Bewerber notwendig gewesen.

Bereits 2022 habe die Regierung ihr selbst gestecktes Ziel verfehlt. Für 2023 drohe dies nun erneut. Wenn in zwei Jahren durch die Rückkehr zu G9 beim Abitur der Jahrgang noch einmal deutlich kleiner ausfällt, werde es erst recht ein Problem geben.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) müsse die bereits jetzt erkennbare Bewerberlücke unverzüglich schließen, forderte GdP-Landeschef Michael Mertens. Viele junge Menschen wüssten gar nicht, dass sie sich auch jetzt noch für den im September beginnenden nächsten Ausbildungsjahrgang bewerben können.

Außerdem müssten die geeigneten Bewerber schneller eine verbindliche Einstellungszusage erhalten. „Zwischen dem letzten Test und der Zusage vergehen oft Wochen oder sogar Monate“, so die GdP. In dieser Zeit hätten viele Bewerber bereits anderen Arbeitgebern zugesagt.

Um die Attraktivität und die Bewerberzahl zu erhöhen, sei zudem eine Abkehr von der 41-Stunden-Woche notwendig. Mit ihr sei die Polizei nicht wettbewerbsfähig.

(albu/dpa)
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