Polizei-Einsatz in Dortmund: Oma lässt Kind bei Hitze im Auto zurück

Polizei-Einsatz in Dortmund : Oma lässt Kind bei Hitze im Auto – und beschwert sich über kaputte Scheibe

Der Junge saß in einem verschlossenen Auto und reagierte nicht mehr. Passanten alarmierten die Feuerwehr, die das Kind befreite. Die Reaktion der Großmutter des Vierjährigen ist unverständlich.

Wie ein Sprecher der Polizei unserer Redaktion sagte, ereignete sich der Vorfall am Donnerstagnachmittag bei rund 40 Grad auf einem Parkplatz an der Hochofenstraße in Dortmund. Dort hatte eine 73 Jahre alte Frau ihren Mercedes in einer Haltebucht abgestellt. Darin befand sich laut Polizei der vierjährige Enkel der Dortmunderin.

Eine vorbeifahrende Radfahrerin wurde auf den Wagen und das Kind darin aufmerksam. Laut Feuerwehr stand das Auto ungeschützt in der prallen Nachmittagssonne. Alle Türen und Fenster waren verschlossen, der Motor war aus. Das Kind, ein Junge, schien zu schlafen. Die besorgte Radfahrerin klopfte an die Fensterscheibe der Beifahrertür um sicherzustellen, dass es dem Kind gut geht. Schließlich kann es bei dieser Extremwetterlage schnell zu gefährlich hohen Temperaturen in einem Auto kommen - das Kind regte sich jedoch nicht.

Die Eigentümerin des Autos war nicht zu sehen und so alarmierte die Passantin die Feuerwehr. Diese rückte mit einem Rettungswagen und einem Hilfeleistungslöschfahrzeug an. Auch die Polizei erschien vor Ort. Der Rettungswagen war als erstes an der Einsatzstelle und die Einsatzkräfte erkannten schnell, dass der Junge stark schwitzte.

Nachdem der Junge auch weiterhin von außen nicht auf Ansprache reagierte, zerstörten sie die Scheibe des Fahrzeuges, um das Kind zu befreien. Hierbei zog sich einer der Rettungskräfte eine Schnittwunde am Handgelenk zu. Durch das Klirren der Scheibe wurde der Junge wach.

Die nur kurze Zeit später auftauchende Fahrzeugeigentümerin und Oma des Jungen war nicht sehr erfreut über ihre kaputte Scheibe. Sie machte den Rettungskräften und der Anruferin schwere Vorwürfe. Sie sei doch nur etwa sieben bis zehn Minuten weg gewesen. „Die Reaktion der Großmutter ist absolut unverständlich“, sagt der Polizeisprecher. Die Passantin habe genau richtig reagiert, als sie die Feuerwehr alarmierte, nachdem das Kind keine Reaktionen gezeigt hatte. So habe man Schlimmeres verhindern können. Darüber solle die Oma des Jungen eher dankbar sein, als sich über eine kaputte Scheibe zu ärgern.

Die Notfallsanitäter untersuchten das Kind noch vor Ort. Der Junge hatte Glück und musste nicht in ein Krankenhaus. Die Polizei ermittelt nun wegen „Verletzung der Fürsorge - oder Erziehungspflicht“.

In diesem Zusammenhang weisen Polizei und Feuerwehr nochmals daraufhin, weder Kinder noch Tiere bei den derzeitigen Außentemperaturen alleine im Auto zu lassen. Schon wenige Minuten in einem verschlossenen Auto reichen aus, dass Kinder und Tiere schwer geschädigt oder sogar getötet werden können.