Paderborn: Polizei stellt erste Gaffer-Box in NRW vor

Zur Sensibilisierung von Schaulustigen : Polizei Paderborn zeigt erste Gafferbox in NRW

Die Polizei Paderborn hat eine Box gebaut, in der Menschen nachempfinden können, wie es sich anfühlt, als Unfallopfer von Schaulustigen begafft zu werden. Die Box ist die erste ihrer Art in NRW und soll sensibilisieren.

Schaulustige behindern Rettungs- und Polizeikräfte immer wieder bei ihrer Arbeit. Um auf dieses Problem aufmerksam zu machen, hat die Polizei Paderborn eine Gafferbox erstellt. Am Donnerstag wurde diese beim Verkehrssicherheitstag am Berufskolleg Schloß Neuhaus in Paderborn präsentiert.

Die Gafferbox ist ein 3 mal 3 Meter großer und 2,5 Meter hoher Raum. Die Besucher der Box werden durch die Gestaltung der Wände, auf denen Schaulustige unter anderem mit Handys und Fotoapparaten zu sehen sind, in die Lage eines Gafferopfers versetzt.

In der Mitte der Box steht eine Säule, die mit Unfallfotos von tödlich verletzten Unfallopfern ausgestattet ist. Diese Schockfotos sind durch eine Klappe mit einem entsprechenden Warnhinweis verdeckt. Der Besucher der Gafferbox muss sich also bewusst entscheiden, ob er sich die Fotos anschaut oder nicht. So, wie an einer echten Unfallstelle. Sie beinhaltet neben den Bildern noch eine Audiobox, über die Hilfeschreie und Kommentare von einer Unfallstelle eingespielt werden und für einen realistischen Eindruck sorgen.

In der Mitte der Box steht eine Säule, die mit Unfallfotos von tödlich verletzten Unfallopfern ausgestattet ist. Der Besucher muss selbst entscheiden, was er angucken will. Foto: Polizei Paderborn

„Wir wollen auf die Problematik des Gaffens bei Verkehrsunfällen hinweisen. Die Wirkung der Box soll dazu führen, dass der eine oder andere Verkehrsteilnehmer seine Einstellung hinterfragt. Verstärkte Aufklärungsarbeit ist absolut nötig“, sagt René Möller, Vorsitzender der Verkehrswacht Paderborn, die die Gafferbox initiiert hat.

Die Gafferbox ist laut Polizei bislang einmalig in NRW und kann fortan bei der Verkehrswacht ausgeliehen werden. Die ursprüngliche Idee zur Box kam von der Berufsfeuerwehr Mainz, von wo eine vergleichbare Box bereits 2018 ausgeliehen wurde. Zielgruppe sind vor allen Dingen junge Leute, die es gewohnt sind, mit Smartphones umzugehen und Bildmaterial damit zu veröffentlichen.

(siev)
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