Oktoberfest 2019: Frau testet für RTL Dirndl und wird belästigt

Sender RTL reagiert auf Kritik : Mann belästigt Dirndl-Testerin vor laufender Kamera

In einer RTL-Sendung sollen zwei junge Frauen die neuen Dirndl-Trends auf dem Münchener Oktoberfest testen. Dabei wird eine der beiden von einem Besucher sexuell belästigt. Der Sender hat den Beitrag mittlerweile aus der Mediathek entfernt.

Das Münchner Oktoberfest ist vor allem eins: traditionell. Männer tragen Lederhosen, Frauen Dirndl. Trotzdem gibt es jedes Jahr neue Trends. 2019 ist einer davon das hochgeschlossene Dirndl. In der Sendung „Guten Morgen Deutschland“ wollte RTL nun testen, welche Tracht auf der Wiesn besser ankommt.

In dem Beitrag, den RTL mittlerweile aus der Mediathek gelöscht hat, ist zu sehen, wie ein offenbar angetrunkener Besucher die junge Testerin mit tiefem Dekolleté belästigt. Der Mann greift der Frau an die Hüfte und zieht sie zu sich, um ihr dann einen Kuss in den Ausschnitt zu drücken. Dies geschieht ganz offensichtlich gegen den Willen der Dirndl-Testerin. Auch als sie den Mann wegdrückt, lässt er nicht von ihr ab. Erst als eine Mitarbeiterin des Filmteams ihren Arm ausstreckt, hört er auf und geht grinsend weiter. Im Bericht lässt RTL diese Szene unkommentiert.

In den sozialen Netzwerken hat der Clip Empörung ausgelöst. Auf Twitter schreibt ein Nutzer: „Ekelhaft! Was transportiert ihr für eine Message?“ Ein anderer meint: „RTL hätte direkt die Polizei rufen sollen. Aber Quoten und Skandale sind denen natürlich wichtiger.“ Die Moderatoren der Morgensendung thematisieren die Belästigung nach dem Beitrag nicht. Stattdessen wurden im Anschluss Oktoberfest-Besucher gefragt, welches Outfit sie lieber mögen. Ein Mann sagt: „Tiefer Einblick, finde ich toll.“

RTL äußerte sich am Mittwochmittag auf Anfrage unserer Redaktion wie folgt zu dem Vorfall: „Das RTL-Frühmagazin entschuldigt sich für den Wiesn-Beitrag aus der Sendung vom 27. September: Die Idee eines Dirndl-Tests war in der Umsetzung unglücklich und hat verständlicherweise Irritationen ausgelöst. Wir wären besser beraten gewesen, den Beitrag so nicht auszustrahlen. Bei TV Now ist er deshalb nicht mehr abrufbar.“