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Ohne Nazi-Bezüge: Neue Buchstabiertafel mit sieben NRW-Städten​

Ohne Nazi-Einflüsse : Neue Buchstabiertafel mit sieben NRW-Städten

A wie Aachen, X wie Xanten: Die am Freitag veröffentlichte neue Buchstabiertafel des Deutschen Instituts für Normung (DIN) enthält auch sieben NRW-Städte. Düsseldorf ist auch dabei.

Die Tafel greift jetzt fast durchgehend auf Städtenamen zurück. Aus Nordrhein-Westfalen sind neben Aachen und Xanten auch Düsseldorf, Essen, Köln, Unna und Wuppertal vertreten.

Bislang wurden zum Buchstabieren vor allem Vornamen benutzt, etwa C wie Cäsar oder E wie Emil. 16 Männernamen standen dabei sechs Frauennamen gegenüber. Darunter auch das X für den negativ besetzten Namen Xanthippe. Die ungleiche Namensverteilung entsprach aus Sicht des Instituts „nicht der heutigen Lebensrealität“. Gleichzeitig schien es auch nicht möglich, alle relevanten ethnischen und religiösen Gruppen zudem geschlechtergerecht ausgewogen darzustellen.

„Städtenamen sind sehr eingängig und, anders als Vornamen, nicht der Mode unterworfen“, heißt es beim DIN-Team. Junge Menschen etwa oder eine zunehmend migrantisch geprägte Gesellschaft können mit K wie Köln vielleicht eher etwas anfangen als mit dem bisherigen K wie Konrad.

Damit gibt es auch kein zurück zum alten N wie Nathan. Die Nationalsozialisten hatten den jüdischen Vornamen durch Nordpol ersetzt, der ihnen als Herkunftsort der Arier galt. Für den Buchstaben N steht künftig Nürnberg. Das Institut hatte aber im Lauf der Diskussion angekündigt, symbolisch zusätzlich eine weitere Tafel zu veröffentlichen, die auf die Weimarer Republik zurückgeht und jüdische Vornamen enthält.

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Schon die Befassung mit einer möglichen Überarbeitung der Buchstabiertafel hatte allerdings Diskussionen ausgelöst. Die Anwendung von Norm und Buchstabiertafel sei freiwillig, hieß es nun in einer Mitteilung. Gedacht ist sie vor allem für Wirtschaft und Verwaltung. International wird ohnehin anders buchstabiert, basierend auf dem Englischen.

(top/dpa)