Fragen und Antworten Wo Busse und Bahnen in NRW streiken – und wo nicht

Düsseldorf · Über sechs Tage hat Verdi die Beschäftigten im Nahverkehr fast bundesweit zum Streik aufgerufen. Auch Fridays for Future ist beteiligt. Nordrhein-Westfalen ist auch am Freitag betroffen. Unsere Übersicht zeigt, welche Linien in welchen Regionen trotzdem fahren.

ÖPNV-Streik: Hier wird in NRW am Donnerstag​ & Freitag gestreikt
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Diese Verkehrsbetriebe in NRW werden am Donnerstag und Freitag bestreikt

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Foto: Christoph Reichwein (crei)/Reichwein, Christoph (crei)

Der Streik soll in Wellen kommen, so kündigte es die Gewerkschaft Verdi am Donnerstag, 22. Februar, in Berlin an. Fast in ganz Deutschland ruft sie die Mitarbeiter der Nahverkehrsbetriebe in der nächsten Woche auf, ihre Arbeit niederzulegen – nur Bayern ist nicht betroffen. Die wichtigsten Infos im Überblick.

Wann genau wird der Nahverkehr in NRW bestreikt?

Unsere Region wird am Donnerstag, 29. Februar, und Freitag, 1. März, ganztägig betroffen sein. Der Streik soll also rund 48 Stunden dauern. Am 1. März sind deutschlandweit die meisten Streiks angesetzt, denn dann hat Fridays for Future zum Klimastreiktag zu Demonstrationen aufgerufen. Andrea Becker, Fachbereichsleiterin bei Verdi NRW, sagt: „Eine klimafreundliche Verkehrswende ist nur mit einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen und mehr Personal umsetzbar. Deshalb werden wir am 1. März gemeinsam ein Zeichen setzen. Hier muss mehr Druck auf den Kessel und mehr Geld ins System.“

Verdi fordert auf Bundesebene, dass der Staat viel mehr Geld in den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs stecken soll, um einerseits den Ausbau der Netze vorantreiben zu können und andererseits genügend Personal zu finden. So soll auch der Fortbestand des Deutschlandtickets nach Ende dieses Jahres abgesichert werden. Das unterstützt Fridays for Future.

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Foto: dpa/Federico Gambarini

Wird beim ÖPNV deutschlandweit gestreikt?

Von Montag, 26. Februar, bis Samstag, 2. März, wird zu verschiedenen Zeitpunkten in fast allen Bundesländern zum Streik aufgerufen. In NRW sind davon am Donnerstag und Freitag rund 30 kommunale Verkehrsbetriebe betroffen, darunter die Rheinbahn (Düsseldorf) die KVB (Köln), die WSW (Wuppertal), die DSW21 (Dortmund), oder die Stadtwerke Münster. Die vollständige Liste finden Sie hier.

In den Streikgebieten wird in der Regel ein kleiner Teil des Betriebs aufrechterhalten. Die kommunalen Verkehrsbetriebe informieren darüber im Internet und in ihren Apps. Außerdem verweisen sie darauf, dass der Bahnverkehr mit den RE-, RB- und S-Bahn-Linien nicht vom Warnstreik betroffen ist.

Wo gibt es Ausnahmen?

In der nächsten Woche wird der Betrieb von Bussen, Straßen- und U-Bahnen in allen Bundesländern betroffen sein – abgesehen von Bayern. Doch auch in NRW werden nicht alle Verkehrsbetriebe bestreikt. So gibt es keinen Aufruf bei den Stadtwerken Neuss, wie schon in der Vergangenheit. Die RVK, welche die Linien in Wermelskirchen betreibt, ist ebenfalls nicht Teil der Liste. Auch das war zuletzt schon der Fall, die Gründe dazu lesen sie hier.

Eine weitere Ausnahme ist das Aachener Verkehrsunternehmen ASEAG, das nicht bestreikt wird und dessen Busse in Aachen und der Städteregion fahren. Aber auch etwa RSVG (Troisdorf), OVAG (Gummersbach) und die WVG-Gruppe (Münster) werden nicht bestreikt.

Warum gibt es keine Streiks in Bayern?

In allen Bundesländern laufen parallel Tarifverhandlungen zwischen Verdi und den Verkehrsbetrieben – außer eben in Bayern. Trotz der bundesweiten Verhandlungen unterscheiden sich die Ziele und Forderungen der Gewerkschaft – je nachdem, um welche Art von Tarifvertrag im jeweiligen Bundesland gerungen wird.

In Hamburg sowie bei den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein (VHH) wird etwa ein neuer Haustarifvertrag ausgehandelt. In 14 weiteren Ländern geht es um die Manteltarifverträge, die vor allem die Arbeitsbedingungen regeln.

Warum streikt Verdi?

Seit Januar laufen parallel Tarifverhandlungen in allen Bundesländern – abgesehen von Bayern. Die zweite Verhandlungsrunde war vergangene Woche ergebnislos gescheitert, die dritte ist für Montag, 11. März, und Dienstag, 12. März, vereinbart. Es geht vor allem um die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten. Verdi fordert unter anderem kürzere Arbeitszeiten ohne finanzielle Einbußen, längere Ruhezeiten zwischen einzelnen Schichten, mehr Urlaubstage oder mehr Urlaubsgeld. Auch Wendezeiten, also die planmäßige Zeit zwischen der Ankunft an einer Endhaltestelle bis zur Weiterfahrt in die Gegenrichtung, spielen eine Rolle. Die Gewerkschaft will vor allem erreichen, dass die Beschäftigten entlastet und die ÖPNV-Berufe attraktiver werden. Sämtliche Verkehrsunternehmen leiden unter anhaltendem Personalmangel. Insbesondere Busfahrerinnen und Busfahrer sind schwer zu finden. Verdi will vor allem erreichen, dass die Beschäftigten entlastet und die ÖPNV-Berufe attraktiver werden.

„Es muss dringend etwas geschehen, damit die Beschäftigten entlastet werden“, fordert Verdi-Vertreterin Behle. „Die Arbeitgeber sind jedoch nach wie vor nicht bereit, die Forderungen zu erfüllen und den Beschäftigten entgegenzukommen. Damit ist ein Streik unumgänglich.“

In Brandenburg, im Saarland, Sachsen-Anhalt und Thüringen wird auch über höhere Löhne und Gehälter verhandelt. Verdi fordert etwa in Brandenburg ein Plus von 20 Prozent – mindestens aber 650 Euro – pro Monat für die Beschäftigten. Die Laufzeit des Tarifvertrags soll laut Verdi ein Jahr betragen.

Die erneuten Warnstreiks reihen sich ein in eine länger werdende Liste an Arbeitskämpfen im Verkehr in den vergangenen Monaten. Neben den ÖPNV-Warnstreiks gab es mehrtägige Arbeitskämpfe bei der Bahn und zuletzt auch mehrere Arbeitsniederlegungen im Flugverkehr.

Welche Linien fahren in Düsseldorf?

Bei der Rheinbahn sind fast alle Linien vom Streik betroffen. Unter anderem sollen aber die O5, die SB51 und die 785 trotzdem fahren. Eine vollständige Liste finden Sie hier.

Welche Linien fahren in Krefeld?

Laut Notfallfahrplan sollen unter anderem die Straßenbahnlinien 041, 042, 043 und 044 durch Busse ersetzt werden. Mehr dazu lesen Sie hier.

Welche Linien fahren in Mönchengladbach

Der Streik hat immense Auswirkungen auf den Linienverkehr in Mönchengladbach. Die Details dazu lesen Sie hier.

Welche Linien fahren im Kreis Viersen

Der Kreis Viersen empfiehlt, sich rechtzeitig auf den Internetseiten dieser Verkehrsunternehmen über die geänderte Fahrplanlage der im Kreis verkehrenden Linien an den beiden Streiktagen zu informieren. Welche Bahnen fahren und welche nicht, erfahren Sie hier.

Welche Linien fahren im Kreis Mettmann?

Durch den 48-Stunden-Streik sind auch Nachtbusse betroffen, etwa die NE1 oder DL6. Doch unter anderem wird die 746 zwischen Velbert und Mettmann voraussichtlich auch Donnerstag und Freitag unterwegs sein. Weitere Infos finden Sie hier.

Welche Linien fahren in Leverkusen?

Bei der Wupsi in Leverkusen sollen trotz des Streiks zwei Drittel der Linien fahren. Mehr Infos gibt es hier.

Welche Linien fahren in Hilden

Wer in Hilden von A nach B möchte, sollte sich vorab informieren, welche Busse fahren. Hier alle Infos.

(tsi/rky/dpa)
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