Oberhausen: Vorläufiges Happy-End für an Diabetes erkrankten kleinen Paul

Im Eilverfahren geklärt : Vorläufiges Happy-End für an Diabetes erkrankten kleinen Paul

In einem langen Kampf um ausreichende Betreuung für ihr krankes Kind hat Familie Hecht aus Oberhausen ein wichtiges Verfahren gewonnen. Bis Ende des Jahres werden die Kosten für die Betreuung des Jungen übernommen. Doch wie geht es danach weiter?

Weil der kleine Paul aus Oberhausen an Diabetes Typ 1 erkrankt ist, muss ständig sein Insulin-Wert gemessen und über eine Pumpe eingestellt werden, wie viel Insulin an den Körper abgegeben werden soll. Dabei muss genau darauf geachtet werden, wie viel Paul isst, da davon die benötigte Menge des Hormons abhängt. Seine Eltern wollten eigentlich, dass der zweieinhalbjährige Junge in eine Kita geht, damit er wenigstens dort an dem normalen Leben eines Jungen in seinem Alter teilhaben kann. Doch Krankenkasse und Stadt konnten sich bislang nicht über die Aufteilung der Kosten für die 35-Stunden Betreuung einigen. Das hat sich mit einem Urteil vom 12. Juli geändert – zumindest vorläufig. Beim ersten Eilverfahren wurde der Antrag auf Kostenübernahme der Pflegeperson noch abgelehnt, weil Pauls Mutter arbeitslos war. Die Familie gab aber nicht auf. Seine Mutter hat mittlerweile eine Job im Home-Office und ließ es auf ein zweites Verfahren ankommen. Darin bekam die Familie recht.

Das bedeutet konkret: Die Betreuung von Paul umfasst nun 35 Stunden pro Woche, in der eine feste Pflegeperson mit ihm in die Kita geht und ihn dort medizinisch überwacht. „Die Pflegeperson prüft regelmäßig die Wert auf der Pumpe, misst den Blutzucker und rechnet die Kohlenhydrate seines Essens aus“, sagt Vater Daniel Hecht. Für die Kosten kommt vorerst die Krankenkasse auf. So kann Paul, wie jedes andere Kind in seinem Alter, endlich im Kindergarten spielen und soziale Kontakte knüpfen.

Das Urteil in dem Fall ist jedoch nur vorläufig und gilt bis 31. Dezember 2019. Danach will die Familie gemeinsam mit ihrer Anwältin die Hauptsache anstreben. Mit einem entsprechenden Urteil wäre dann geklärt, ob Krankenkassen grundsätzlich bei Diabetikern im Kindesalter für eine Pflegeperson aufkommen müssen. „Das wäre richtungsweisend für alle anderen Eltern, deren Kinder an Diabetes Typ 1 erkrankt sind“, sagt Hecht.

(dtm)
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