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Warnstreiks in NRW: Nur für den 1. FC Köln soll der Nahverkehr rollen

Warnstreiks in NRW : Nur für den 1. FC Köln soll der Nahverkehr rollen

Im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes wird der Ton schärfer. Es drohen erneut Warnstreiks. Am Mittwoch und Donnerstag sollen fast überall in Nordrhein-Westfalen keine Busse und Straßenbahnen fahren. Es könnte ein Verkehrs-Chaos geben.

Im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes will die Gewerkschaft Verdi den öffentlichen Nahverkehr in Nordrhein-Westfalen in dieser Woche gleich an zwei Tagen lahmlegen. Am Mittwoch und Donnerstag sollen im Ruhrgebiet, im Rheinland und in Ostwestfalen sowie im Sauer- und im Siegerland ganztägig oder zeitweise keine Busse und Straßenbahnen fahren, teilte ein Gewerkschaftssprecher am Montag in Düsseldorf mit. Regionalzüge und S-Bahnen sind von dem Streik nicht betroffen.

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Anfahrt zu Fußball-Spielen vom Streik betroffen

Von den Warnstreiks im öffentlichen Dienst und insbesondere im Nahverkehr sind in dieser Woche auch zahlreiche Spiele der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga betroffen. Nach Informationen unserer Redaktion hat sich die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi allerdings dazu entschlossen, auf die Partie zwischen dem 1. FC Köln und dem Karlsruher SC am Mittwoch Rücksicht zu nehmen.

Ein Sprecher vom Verdi-Landesbezirk NRW sagte unserer Redaktion: "Aus Sicherheitsgründen haben sich die Kollegen vor Ort dazu entschieden, die Kölner Verkehrsbetriebe am Mittwoch nur bis zum frühen Vormittag zu bestreiken." Spätestens ab Mittag solle der Betrieb wieder aufgenommen werden. Die Begegnung zwischen dem 1. FC Köln und dem Karlsruher SC wird um 17.30 Uhr angepfiffen.

Rheinbahn: Notbusse auf 17 Linien

Gleich an zwei Tagen in dieser Woche wird die Rheinbahn in Düsseldorf erneut bestreikt. Für das Unternehmen bedeutet das, dass alle U-Bahn-, Straßenbahn- und die meisten Buslinien am Mittwoch und Donnerstag nicht fahren können. Auf 17 Linien sollen Notbusse eingesetzt werden. Eine Übersicht über die Linien, auf denen Notbusse fahren sollen, finden Sie hier!

Am Donnerstag sollen sich Kitas, Müllabfuhr, Stadtverwaltungen und Sparkassen den Warnstreiks anschließen. Auch in Klinken, Altenheimen, Jobcentern und Bädern sind Arbeitsniederlegungen geplant. Am Flughafen Köln-Bonn sollen Beschäftigte der Bodendienste die Arbeit niederlegen. Verdi rechnet mit 70.000 Teilnehmern an den Aktionen.

"Nichts geht mehr" in Leverkusen

Auch in Leverkusen soll der Streik große Auswirkungen haben: Die Gewerkschaft Verdi kündigt an, dass am Mittwoch und Donnerstag "im öffentlichen Nahverkehr nichts mehr geht", wie Verdi-Sekretär Willi Oberländer sagt. Ebenfalls betroffen sind am Donnerstag das Klinikum, die Avea und die EVL.

Im Tarifstreit geht es um die 2,1 Millionen Angestellten des Bundes und der Kommunen. Die Gewerkschaften fordern, die Gehälter um einen Sockelbetrag von 100 Euro und zusätzlich 3,5 Prozent zu erhöhen. Die ersten beiden Verhandlungsrunden waren trotz einer Annäherung ohne Ergebnis geblieben. Die dritte Runde soll am 31. März beginnen. Die Arbeitgeber haben bisher kein Angebot unterbreitet.

"Das ist die letzte eindringliche Aufforderung an die Arbeitgeber, den öffentlichen Dienst wieder an die Durchschnittslöhne in der Gesamtwirtschaft anzugleichen", sagte Verdi-Landesleiterin Gabriele Schmidt laut der Mitteilung. Die bisherigen Einlassungen der Arbeitgeberseite seien "noch weit weg von dem, was die Beschäftigten erwarten".

Am ersten Warnstreik am Dienstag vergangener Woche hatten sich laut Verdi rund 50.000 Beschäftigte beteiligt. Busse und Straßenbahnen waren bis auf wenige Ausnahmen in den Depots geblieben.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Warnstreik: So lief die Großdemo in Düsseldorf

(lnw)