„Ein großes Plus an Sicherheit“ Wüst und Laumann rufen zum freiwilligen Masketragen auf

Düsseldorf · Ministerpräsident Wüst hat unmittelbar vor dem Auslaufen wesentlicher Corona-Schutzmaßnahmen zum freiwilligen Tragen einer Maske in öffentlichen Innenräumen aufgerufen. Laut der neuen Verordnung muss die Maske nur noch in besonders gefährdeten Bereichen getragen werden.

 Wüst setzt sich für das weitere Tragen einer Maske ein.

Wüst setzt sich für das weitere Tragen einer Maske ein.

Foto: dpa/Oliver Berg

Die Infektionszahlen seien weiterhin hoch, gerade besonders gefährdete Gruppen seien einem hohen Risiko ausgesetzt, sagte Wüst dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Dass in dieser Lage die meisten der bewährten Regeln und Schutzmaßnahmen auslaufen, berge Gefahren. „Ich persönlich appelliere daher an jede und jeden, zumindest vorerst auch weiterhin freiwillig in Innenräumen Maske zu tragen, um sich und andere wirkungsvoll zu schützen“, erklärte er und betonte: „Eine Maske zu tragen, ist wenig Aufwand und Beeinträchtigung – aber ein großes Plus an Sicherheit.“

Wesentliche Corona-Schutzmaßnahmen laufen an diesem Samstag aus. Laut Infektionsschutzgesetz des Bundes sind nach dem 2. April nur in wenigen besonders gefährdeten Bereichen.

Die Maskenpflicht bleibe nur im öffentlichen Personennahverkehr, in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen sowie in staatlichen Einrichtungen zur gemeinsamen Unterbringung vieler Menschen bestehen, teilte das NRW-Gesundheitsministerium am Freitag in Düsseldorf mit. Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen dürfen zudem nach wie vor nur mit einem aktuellen negativen Testnachweis betreten werden.

Die Corona-Schutzverordnung des Landes sei an die Vorgaben des Bundesinfektionsschutzgesetzes angepasst worden. Ab Sonntag 0 Uhr entfielen sowohl die bisherigen 3G- und 2G-Plus-Zugangsbeschränkungen als auch die allgemeine Maskenpflicht in öffentlichen Innenräumen.

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) erklärte, das Land schöpfe damit den Spielraum aus dem Infektionsschutzgesetz des Bundes voll aus. „Die Infektionszahlen sind weiterhin hoch und es gibt viele Personalausfälle, immer noch erkranken Menschen schwer und versterben“, erklärte der CDU-Politiker und appellierte: „Ich zähle jetzt auf jeden Einzelnen. Ich rate dringend dazu, zum eigenen Schutz und vor allem auch zum Schutz besonders gefährdeter Mitmenschen die Maske in vollen Innenräumen zumindest so lange weiterhin zu tragen, bis die Infektionszahlen wirklich deutlich zurückgegangen sind.“

Zwar können die Bundesländer in Hotspots Beschränkungen vornehmen. Eine landesweite Hotspot-Regelung wäre nach Auffassung des NRW-Gesundheitsministeriums aber nicht rechtssicher. Der Nachweis der Überlastung der Krankenhäusern könne derzeit nicht geführt werden.

„Die von der Bundesregierung geschaffenen Hürden, ein ganzes Land als Corona-Hotspot auszuweisen, sind so hoch, dass sie praktisch kaum erreichbar sind, bevor das Kind nicht schon in den Brunnen gefallen ist“, bekräftigte Wüst. Die Verantwortung für das Auslaufen der Regelungen, die bei vielen Menschen für Unbehagen sorge, trage ganz klar der Bund, sagte er dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ weiter.

(ldi/dpa)