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NRW will ÖPNV-Kapazität wegen 9-für-90-Ticket erhöhen

Discountpreise bei Bus und Bahn : NRW will für 9-für-90-Ticket mehr Busse und Bahnen einsetzen

Im Sommer könnte es wegen des Discount-Tickets 9 für 90 sehr eng werden in S-Bahnen und Regionalzügen. NRW-Verkehrsministerin Ina Brandes will nun die Kapazitäten erhöhen – und fordert dafür Geld vom Bund.

Nachdem die Bundesregierung sich am Mitwoch darauf festgelegt hat, ab Juni für drei Monate das Discountticket 9 für 90 einzuführen, will NRW-Verkehrsministerin Ina Brandes (CDU) die Kapazitäten im Nahverkehr für den Sommer entsprechend hochfahren lassen. Das erklärt ihr Ministerium auf Anfrage. Weil die Bürger ja ab dem 1. Juni bis Ende August für jeweils neun Euro einen Monat alle Busse und Bahnen in Deutschland nutzen können, müsse viel mehr Verkehr bewältigt werden, lautet die Begründung. Am 4. Mai wollen die Landesverkehrsminister mit Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) über entsprechende Zuschüsse verhandeln. Er wird auf ihre Wünsche teilweise eingehen müssen, weil das Ticket vom Bundesrat noch abgenickt werden muss.

Brandes unterstützt das Discount-Angebot, um neue Reisenden für den ÖPNV zu finden. Sie warnt aber vor einem Scheitern, sofern die Kapazitäten nicht deutlich erhöht werden.„Wenn wir in diesem Sommer 9 für 90 bekommen, müssen wir damit rechnen, dass Busse und Bahnen erheblich voller werden als das normalerweise der Fall ist. Das ist nicht gut als Visitenkarte für den ÖPNV. Deshalb werden wir zusätzliche Busse und Bahnen einsetzen müssen. Das kostet zusätzliches Geld.“

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Außerdem mahnt sie an, dass der Bund sich festlegen muss, wie er den ÖPNV mittelfristig stärker unterstützt anstatt vorrangig eine Einmal-Aktion voranzutreiben: „Es fehlt eine klare Linie der Bundesregierung, wie es angesichts der aktuellen Herausforderungen mit dem ÖPNV insgesamt weitergehen soll. Viele Finanzierungsfragen sind noch immer nicht gelöst. Der Bund verpasst, einen nachvollziehbaren Kurs zur Finanzierung des ÖPNV vorzulegen und die Weichen zu stellen, damit das Bus- und Bahnfahren attraktiver wird für Pendler und für Wochenendausflügler.“

Konkret geht es darum, dass die ganze Verkehrsbranche seit Monaten darauf drängt, dauerhaft höhere Zuschüsse ab 2023 zu erhalten, nachdem die Corona-Hilfen auslaufen werden. Brandes sagt: „Die Diskussion um 9 für 90 lenkt immer mehr ab von der eigentlichen Debatte: der gemeinsamen Arbeit an der Zukunftsfähigkeit des ÖPNV, so dass es für die nächsten Jahre eine finanzielle Sicherheit gibt. Die vielen mittelständischen und kleinen Unternehmen der Mobilitätsbranche brauchen heute Planungssicherheit.“