NRW: Wälder und Bäume leiden unter "Trockenstress"

Hitzewelle : Wälder in NRW leiden unter „Trockenstress“

Kein Regen, trockener Boden - die Wälder in Nordrhein-Westfalen sind gestresst. Die Birken lassen schon die Blätter fallen. Vor allem Bäume am Niederrhein haben es im Moment schwer.

Nordrhein-Westfalens Wälder leiden unter der anhaltenden Trockenheit. „Der Wald hat Trockenstress“, sagte ein Sprecher des Landesbetriebs Wald und Holz NRW. Das betreffe vor allem junge Bäume im Alter bis zu zehn Jahren. Die Wurzeln reichten nicht tief genug, um noch an Wasser heranzukommen. Das gelte vor allem für Standorte in Gebieten mit sandigen Böden wie am Niederrhein.

„Ganze Kulturen könnten kaputtgehen“, sagte Friedrich Louen mit Blick auf Neuanpflanzungen. Das wäre nach seinen Angaben besonders bitter. Um den Wald gegen Dürreperioden besser zu wappnen, werden verstärkt Baumarten gepflanzt, die gut mit Trockenheit zurecht kommen. Dazu zählt die Eiche, die mit am längsten ohne Wasser auskommen kann.

Empfindlich reagiert die Birke. An vielen Stellen würden die Birken jetzt schon ihre Blätter wie im Herbst abwerfen, sagte Louen: „Das reduziert den Wasserverbrauch, schränkt aber auch die Energieversorgung ein.“ Sorge haben die Fachleute um die Buche: Die sei zwar nicht ganz so anfällig, aber durch die besonders vielen Früchte in diesem so genannten Mastjahr werden sie zusätzlich belastet.

Einem Dürremonitor des Helmholtz-Umweltforschungszentrum (UFZ) zufolge sind von extremer Dürre derzeit vor allem der Niederrhein sowie das südöstliche Bergland betroffen. Das bedeutet: Stufe vier von fünf Stufen. In vielen Städten Nordrhein-Westfalens, wo die Lage für die Bäume zwischen dem Asphalt dramatisch ist, retten Feuerwehrleute mit Wässern die Bäume vor dem Verdursten.

Dem Wald droht bei der Trockenheit und bei den Temperaturen aber noch eine ganz andere Gefahr: Feuer. Die Brandgefahr bleibt nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes hoch - auch wenn es zu Wochenbeginn punktuell Schauer und Gewitter geben kann. Einen ersten Großbrand hatte es am Mittwoch zwischen Altena und Iserlohn im Sauerland gegeben, wo das Feuer nahezu zwei Hektar jungen Walds zerstörte.

In Wäldern gilt generell Rauchverbot. Probleme bereiten aber waldnahe Böschungen an Straßen. „Wenn dort Autofahrer Zigarettenkippen aus dem Fenster werfen, die auf pulvertrockene Grasstreifen treffen, entsteht schnell ein Flächenbrand“, sagte Louen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Sommer 2018 in NRW - zwischen Hitze, Bränden und Unwettern

(skr/dpa)
Mehr von RP ONLINE