1,19 Millionen Pflegebedürftige NRW verzeichnet deutlichen Anstieg von Menschen mit Pflegebedarf

Düsseldorf · Die Zahl der Pflegebedürftigen in NRW ist seit Einführung der Pflegestatistik auf mehr als das Zweieinhalbfache angestiegen. Es leben rund 1,19 Millionen Pflegebedürftige in dem Bundesland.

Die Zahl der Pflegebedürftigen in NRW steigt an. (Symbolbild)

Die Zahl der Pflegebedürftigen in NRW steigt an. (Symbolbild)

Foto: dpa/Jens Büttner

Die Zahl der Pflegebedürftigen in Nordrhein-Westfalen ist seit Einführung der Pflegestatistik im Jahr 1999 auf mehr als das Zweieinhalbfache angestiegen. Im Dezember vergangenen Jahres lebten rund 1,19 Millionen Pflegebedürftige im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes (elftes Buch Sozialgesetzbuch) im Bundesland, wie das statistische Landesamt am Montag in Düsseldorf mitteilte. 22 Jahre zuvor hatten bei der erstmaligen Durchführung der Pflegestatistik 466.000 Menschen als pflegebedürftig gegolten. Zum Teil beruhe dieser Anstieg auf dem seit 2017 weiter gefassten Pflegebedürftigkeitsbegriff, durch den mehr Menschen als zuvor eine Pflegebedürftigkeit zugesprochen werden konnte, hieß es.

Im Jahr 2005 hatte den Angaben nach die Zahl der Pflegebedürftigen mit 458.400 den niedrigsten Stand in NRW erreicht. Seither stieg sie kontinuierlich an: 2015 waren 39,2 Prozent mehr Menschen im Land pflegebedürftig als zehn Jahre zuvor. Seit 2017 fiel der Anstieg der Zahl der Pflegebedürftigen höher aus als in den Vorjahren; zuletzt lag er im Jahr 2021 bei 23,5 Prozent gegenüber 2019 und bei 156 Prozent gegenüber 1999.

Mit der Einführung des weiter gefassten Pflegebedürftigkeitsbegriffs wurden auch Menschen ohne Pflegestufe mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz als pflegebedürftig eingestuft. Diese Personen hatten zuvor zwar bereits Leistungen der Pflegeversicherung erhalten, galten aber nach damaliger Definition nicht als Pflegebedürftige, wie die Statistiker erläuterten.

Zudem wurden im Erhebungsjahr 2019 erstmalig (jedoch noch nicht vollständig) Pflegebedürftige mit Pflegegrad eins erfasst, die keine Leistungen der Pflegeeinrichtungen beziehungsweise ausschließlich Leistungen der nach Landesrecht anerkannten Angebote zur Unterstützung im Alltag erhalten. Im Jahr 2019 gab es knapp 49.000 dieser Betroffenen. 2021 waren es bereits 134.334. Für den Pflegegrad eins liegt ein abweichendes Leistungsrecht vor: Insbesondere erhalten diese Pflegebedürftigen kein Pflegegeld, können aber Leistungen nach Landesrecht beziehen.

(kag/epd)
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