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NRW: So teuer ist das Wohnen in der Region

Nordrhein-Westfalen : So teuer ist das Wohnen in der Region

Der Makler-Verband IVD hat seine Statistik für Eigenheime und Mietwohnungen vorgelegt. Fazit: Die Kaufpreise steigen weniger stark, und auch bei den Mieten sehen die Makler einen langsameren Anstieg - anders als die Grünen.

In Zeiten extrem niedriger Zinsen, mangelnder Alternativen bei der Geldanlage und eines wachsenden Angebots auf dem Immobilienmarkt rückt für viele das eigene Haus in den Blickpunkt. Das hat dazu geführt, dass die Preise in den vergangenen Jahren teils deutlich gestiegen sind - vor allem natürlich in den Metropolen, wo die Menschen ihre Jobs finden, während auf dem Land die Immobilienpreise in manchen Regionen zurückgingen. Jetzt hat sich der Preisanstieg in den Ballungszentren nach Angaben des Makler-Verbands IVD verlangsamt. Eine Eigentumswohnung mit mittlerem Wohnwert kostet demnach in Deutschland pro Quadratmeter 1082 Euro. Das sind viereinhalb Prozent mehr als im Vorjahr, nach einem Plus von 5,3 Prozent im vergangenen Jahr.

Wem der jüngste Anstieg noch immer zu rasant ist, den tröstet möglicherweise der Blick in die Vergangenheit. "Das durchschnittliche Preisniveau für Eigentumswohnungen liegt immer noch zehn Prozent niedriger als vor 20 Jahren", sagte IVD-Vizepräsident Jürgen Michael Schick gestern in Frankfurt. Allerdings ist auch das nur ein Durchschnittswert über alle Regionen. Wer sich nur die Städte anschaut, in denen mindestens eine halbe Million Menschen lebt, der sieht, dass in diesen Kommunen die Preise um durchschnittlich 9,3 Prozent gestiegen sind. Der Trend zu deutlichen Preissteigerungen in den Metropolen - und Universitätsstädten - ist also ungebrochen.

Alles also eine Frage des Blickwinkels. Das gilt auch für die Wohnungsmieten in Deutschland. Während der IVD auch in diesem Bereich festgestellt hat, dass die Preise fürs Wohnen langsamer steigen als noch vor einem Jahr, hat die Grünen-Bundestagsfraktion Alarm geschlagen. Eine von ihr bei Regio Kontext in Auftrag gegebene Studie hat nämlich ergeben, dass die Mieten innerhalb von knapp eineinhalb Jahren um bis zu 17,3 Prozent gestiegen sind. Allerdings: Die Studie hat die Mietpreisentwicklung in nur elf Städten untersucht (Berlin, Darmstadt, Freiburg, Hamburg, Heidelberg, Jena, Köln, Leipzig, Mainz, Regensburg und Rostock), ist also weitaus weniger aussagekräftig als die Makler-Studie. Entsprechend driften auch die Bewertungen auseinander. Der Makler-Verband sieht keinen Grund für einen staatlichen Eingriff, wie ihn die im Koalitionsvertrag vereinbarte und schon in einen Gesetzentwurf gekleidete Mietpreisbremse darstellt.

Dagegen zeigt die Studie der Grünen, dass sowohl nach der Aufnahme der Bremse in das Wahlprogramm der CDU im Sommer 2013 als auch nach Abschluss des schwarz-roten Koalitionsvertrages im Dezember des vergangenen Jahres die Mieten in den ausgewählten Städten teils auffällig stark gestiegen sind. Ob diese Erkenntnis auf andere Regionen zu übertragen ist, lässt sich aus der Untersuchung indes nicht herauslesen.

Fazit: Bei jeder Studie kommt es auch ein bisschen darauf an, wer sie in Auftrag gab. Das gilt vermutlich auch für jene Untersuchung, die der Eigentümerverband Haus & Grund gestern vorgelegt hat und nach der die Mietpreisbremse verfassungswidrig ist. Nach Auffassung der Gutachter verletzt der Gesetzentwurf das Eigentumsrecht der Haus- und Wohnungseigentümer sowie die Vertragsfreiheit von Mietern und Vermietern gleichermaßen. "Die Abgeordneten des Bundestages müssen jetzt die Notbremse ziehen und dürfen das Gesetz nicht verabschieden", fordert Verbandspräsident Rolf Kornemann. Falls das doch geschieht, erwägt Haus & Grund eine Verfassungsklage.

(RP)