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NRW: Schleuser sollen medizinische Notfälle vorgetäuscht haben

Razzien in NRW : Polizei nimmt Schleuserbande hoch

Bundespolizei und Staatsanwaltschaft haben am Dienstag eine mutmaßliche Schleuserbande zerschlagen. Mehrere Wohnungen in NRW wurden durchsucht und ein Tatverdächtiger festgenommen.

Wie die Bundespolizei mitteilte, soll die Bande irakische Staatsangehörige unter Vortäuschung humanitärer Notfälle nach Deutschland geschleust haben. Das System habe folgendermaßen funktioniert: Ein Mittelsmann soll gefälschte Atteste der Iraker in polnischen Kliniken vorgelegt haben. Dadurch habe er polnische Schengen-Visa erschleichen und die Personen über Polen nach Deutschland schleusen können.

Die Behandlungstermine in Polen seien nie wahrgenommen worden. Nach Angaben der Polizei stellten die Geschleusten kurz vor Ablauf der sogenannten Medical-Visa Asylanträge in Deutschland. Dafür sollen die Iraker durchschnittlich rund 10.000 Euro an die Schleuser gezahlt haben.

Am Dienstag haben Bundespolizei und Staatsanwaltschaft mehrere Wohnungen in NRW-Städten - darunter vermutlich Düsseldorf, Essen und Bochum - durchsucht. Näher wollte sich die Staatsanwaltschaft nicht zu den Orten der Razzien äußern. Dabei stellten die Beamten nach eigenen Angaben Visa-Unterlagen, Bankbelege, Krankenversicherungskarten, zwei Fahrzeuge und etwa 10.000 Euro Bargeld sicher. In einem Bankschließfach seien weitere 10.000 Euro und Goldschmuck gefunden worden. Ein Haftbefehl wurde vollstreckt, ein weiterer gesuchter Schleuser sei noch nicht gefasst.

(veke)