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Bildungsmonitor: NRW rutscht auf den vorletzten Platz ab

Bildungsmonitor : NRW rutscht auf den vorletzten Platz ab

Bei einem neuen Bildungsvergleich der Bundesländer hat NRW noch schlechter abgeschnitten als 2013 - auf dem vorletzten Platz. Das geht aus dem aktuellen " Bildungsmonitor" des Instituts der deutschen Wirtschaft im Auftrag der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft hervor.

Bei einem neuen Bildungsvergleich der Bundesländer hat NRW noch schlechter abgeschnitten als 2013 - auf dem vorletzten Platz. Das geht aus dem aktuellen "Bildungsmonitor" des Instituts der deutschen Wirtschaft im Auftrag der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft hervor.

Nach Platz 13 im vergangenen Jahr hat bei den insgesamt 93 Bildungsindikatoren nun nur noch Berlin schlechter abgeschnitten. In zwei Kategorien belegt NRW sogar den letzten Platz: bei den Betreuungsbedingungen sowie bei der beruflichen Bildung. Die Studie bemängelt, es gebe zu viele Arbeitssuchende und Gescheiterte.

Freuen können sich vor allem die Sachsen, die vor Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg den ersten Platz belegen.

Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft bewertete im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft auf Grundlage von zwölf Handlungsfeldern die Bildungspolitik der Bundesländer.

Laut Studie zeigten die Bundesländer unterschiedliche Stärken. So habe Sachsen eine exzellente Förderinfrastruktur - also Einrichtungen zur Kinderbetreuung - und eine hohe Schulqualität, während Thüringen viel Geld für Bildung bereitstelle oder Bayern ein leistungsstarkes System der beruflichen Bildung habe.

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Auch im Länder-Ranking weiter zurückliegende Länder konnten demnach in einzelnen Bereichen überzeugen. So liegt Schlusslicht Berlin bei der Forschung vorne und der insgesamt auf Platz 13 liegende Stadtstaat Bremen bei den naturwissenschaftlichen Fächern, den so genannten MINT-Fächern.

Der "Bildungsmonitor" stellt aber auch in NRW positive Entwicklungen fest: So seien bei den Betreuungsrelationen deutliche Verbesserungen erzielt worden. Zu den Stärken Nordrhein-Westfalens zählt die Studie neben der Internationalisierung - dem hohen Anteil der Grundschüler mit Fremdsprachenunterricht - auch die "Zeiteffizienz", der geringe Anteil verspätet eingeschulter Kinder.

Kritisiert werden hingegen vor allem drei Bereiche: Demnach ist der Anteil der Bildungsausgaben zu niedrig, zu viele Schüler verfehlen Mindeststandards und die Klassen sind zu groß. Besonders schlecht, nämlich auf dem letzten Platz aller 16 Länder, schneidet NRW bei den Betreuungsbedingungen ab. Seit Jahren kritisiert der "Bildungsmonitor", in Nordrhein-Westfalen kämen zu wenige Lehrer auf zu viele Schüler.

Derzeit zählt eine Gymnasialklasse in NRW im Schnitt 27,4 Schüler, eine Grundschulklasse 23,1. Die rot-grüne Landesregierung verweist darauf, dass kleinere Klassen längst als politisches Ziel in Angriff genommen sind. Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) sagte, man beginne zum neuen Schuljahr, die Richtwerte für die Klassengrößen an weiterführenden Schulen zu senken. Das hatten Rot-Grün und CDU schon 2011 im "Schulfrieden" vereinbart.

Bereits am Wochenende war bekannt geworden, dass es laut der Studie bei den schulischen Leistungen kaum Unterschiede zwischen Schülern des achtjährigen Gymnasiums (G8) und des neunjährigen (G9) Gymnasiums gibt.

Hier geht es zur Infostrecke: Schulen in NRW - Fakten im Überblick

(dpa)