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NRW: Polizei testet Drohnen bei Einsätzen wegen Corona-Maßnahmen

Über dem Rhein und der Königsallee : Polizei testet Drohnen bei Einsätzen wegen Corona-Maßnahmen

Seit diesem Jahr testet die Polizei in NRW Drohnen. Nun ist ein neues Einsatzgebiet dazugekommen: Die Suche von oben nach Menschenansammlungen, die in Corona-Zeiten verboten sind.

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen testet derzeit in zehn Behörden den Einsatz von jeweils zwei Drohnen. Die Fluggeräte würden in verschiedenen Bereichen eingesetzt, sagte eine Sprecherin des Landesamts für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD). In Düsseldorf und Dortmund wurden die Drohnen zuletzt auch im Zuge der Corona-Krise gestartet. Unter anderem, um Orte abzusuchen und Menschen an beliebten Sammelpunkten per Lautsprecher vor den gesundheitlichen Folgen zu warnen.

Nach Angaben der Düsseldorfer Polizei war eine Drohne unter anderem am Rhein, an einem Baggersee, einem Waldgebiet und der - derzeit leeren - Einkaufsmeile Königsallee unterwegs. Bei allen Einsätzen habe man festgestellt, dass die Menschen sich an das Kontaktverbot gehalten hätten, sagte ein Polizeisprecher. Er betonte, dass die Kamera der Drohne nicht zur Identifizierung einzelner Menschen diene. „Es werden auch keine Bilder gespeichert.“ Es gehe nur um Übersichtsaufnahmen - vor allem bei schwer zu überblickenden Gebieten. Die Reaktionen der Menschen seien „durchaus positiv“. Viele zeigten sich auch an der Technik interessiert.

Die Drohnen - mit Lautsprechern ausgestattet - wurden laut LZPD aber auch zu Durchsagen von Streifenwagen eingesetzt, um „über die Gesundheitsgefahren bei Nichteinhalten des Kontaktverbots“ zu informieren. „In Einzelfällen wurden Personengruppen an beliebten Treffpunkten über in den Drohnen verbaute Lautsprecher auf die geltende Rechtslage aufmerksam gemacht und so zum Verlassen der Plätze bewegt“, erklärte die Sprecherin.

Ob die Drohnen auch am Osterwochenende eingesetzt werden, sei „lageabhängig“, hieß es in Düsseldorf und Dortmund. Wenn das Drohnenteam gerufen werde, stehe es bereit.

Laut LZPD sind die sogenannten Fernpiloten gemäß der Luftfahrtverordnung ausgebildet worden und haben praktisch einen Drohnenführerschein machen müssen. Neben dem Piloten ist immer ein zweiter Beamter dabei, der den Luftraum beobachtet. Die Qualität der Aufnahmen, die entstehen, sei „hochwertig“, so die Sprecherin.

In den Behörden seien bewusst verschiedene Abteilungen für das Pilotprojekt ausgesucht worden. Düsseldorf und Dortmund setzen die Drohnen im klassischen Wachdienst ein. An anderer Stelle würden sie etwa von den Verkehrsexperten getestet. So könne man zum Beispiel aus der Vogelperspektive Bilder eines Unfallorts an einer Autobahn machen.

Eine Drohne könne aber auch bei der Suche nach Vermissten oder Verdächtigen benutzt werden. So machte die Dortmunder Polizei kürzlich einen mutmaßlichen Drogenhändler nach kurzer Flucht per Drohne auf einem Hausdach aus. Die Polizei im Märkischen Kreis suchte im März mit einer Drohne mit Wärmebildkamera nach einer vermissten 90-Jährigen.

Das Pilotprojekt soll bis Mitte des Jahres laufen. Danach will das Innenministerium bewerten, ob die Fluggeräte ein probates Einsatzmittel sind - und gegebenenfalls landesweit zum Einsatz kommen.

(ham/dpa)