An der Junior-Uni Wuppertal Ministerpräsident Wüst stellt sich den Fragen von Kindern

Wuppertal · Traumberufe, Geburtstage und der Umgang mit Geflüchteten: Zu jeglichen Themen dürfen die Kinder der Junior-Uni Wuppertal ihren neuen Schirmherren, den Ministerpräsidenten Hendrik Wüst, befragen. Sie entlocken ihm auch, was er an seinem Job manchmal nervig findet.

 Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, lässt sich von Daniel (9 Jahre) ein Computerprogramm in der Junior Uni erklären.

Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, lässt sich von Daniel (9 Jahre) ein Computerprogramm in der Junior Uni erklären.

Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

„Erst musst du den Ballon aufpusten und dann mit Klebeband gut am Strohhalm festkleben“, erklärt der neunjährige Jakob dem NRW-Ministerpräsidenten Hendrik Wüst. Der ahnt schon, was gleich passieren wird: „Wenn ich die Klemme am Ballon abmache, zischt der über die gespannte Schnur, oder?“ Und genauso kommt es bei dem Experiment, mit dem die Kinder den CDU-Politiker am Montag in Wuppertal begrüßen. Wüst ist neuer Schirmherr der Kinder- und Jugend-Universität für das Bergische Land (Junior-Uni).

Die Wuppertaler Junior-Uni ist eine Bildungseinrichtung für junge Menschen im Alter von vier bis zwanzig Jahren. Sie versteht sich als außerschulischen Lernort mit einem vielseitigen Kursangebot in verschiedenen Fachgebieten. Es gibt sie seit 2008 und sie wird fast ausschließlich privat finanziert.

Wüst stellt sich bei seinem Besuch den vielen Fragen der jungen Studierenden. Dabei kommen auch persönliche Fragen auf, etwa danach, auf welche Schule er gegangen sei. „Ich war auf der Realschule angemeldet“, erzählt der Politiker. „Ich war auch in ein Mädchen verknallt, das auf die Realschule ging.“ Aber er habe Rechtsanwalt werden wollen und als seine Eltern ihm erklärten, dass er dafür Abitur brauche, sei er auf das Gymnasium gekommen. Sein erster Berufswunsch sei jedoch Papst gewesen, dann Bäcker und schließlich Anwalt.

Mit der achtjährigen Krishangi ergibt sich dann ein kurzes Gespräch über Geburtstage. „Ich bin mitten in der Nacht geboren“, erzählt sie. „Bist du dann auch eine Nachteule?“, fragt Wüst. „Ich bin an einem Samstag geboren und ein richtiger Samstag-Mensch. Das ist mein Lieblingstag“, erzählt er. Da könne man so Sachen erledigen, wie etwa das Fahrrad reparieren.

Der Ministerpräsident verrät dann auch noch, was an seinem Job nervig sein kann. „Manchmal ist es schon blöd, dass es abends sehr lange geht und meine Tochter dann immer schon im Bett ist“, sagt der Politiker. Aber dafür habe er morgens immer ein bisschen Zeit mit ihr und mache die erste Windel, verrät er.

Auch politische Themen beschäftigten die Kinder. „Wie wollen Sie den Flüchtlingen aus der Ukraine helfen?“, fragt etwa die zehnjährige Zoe. „Wir haben genug Plätze in Nordrhein-Westfalen. Ich glaube, dass wir das gemeinsam gut hinkriegen. Da habe ich auch eine Bitte an euch“, sagt Wüst. „Wenn Kinder aus der Ukraine kommen, dann wäre ich echt dankbar, wenn ihr sie ganz herzlich willkommen heißt. Seid lieb und spielt mit ihnen.“

Nach dem Gespräch mit dem Politiker zeigt sich Zoe zufrieden. Der Ministerpräsident sei nett gewesen, aber Politikerin wolle sie trotzdem nicht werden: „Das ist sehr viel Arbeit und Diskutieren. Ich möchte vielleicht Ärztin werden.“

(kag/dpa)