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NRW: Karneval 2020 in der Corona-Krise - Studie erwartet Millionenverluste

Studie zu Corona-Folgen : Millionenverluste wegen Karnevals-Ausfall in NRW erwartet

In wenigen Tagen würde mit dem 11.11. die neue Karnevals-Session eröffnet. Dieses Jahr fällt sie praktisch komplett flach. Was das für die Wirtschaft bedeutet, lässt sich aus einer Studie erahnen.

Durch den Ausfall des Straßenkarnevals wegen der Corona-Pandemie drohen in NRW hohe Millionenverluste. Das Wirtschaftsministerium hält sich in einem Bericht an den Landtag zwar mit eigenen Prognosen zurück, verweist aber unter anderem auf eine Studie zur finanziellen Bedeutung des Karnevals für Köln.

„Besonders das Beherbergungs- und Gaststättengewerbe, aber auch die Karnevalsausstatter werden von den Einschränkungen in der anstehenden Karnevalsaison betroffen sein“, leitet die Landesregierung ihre Antwort auf eine Anfrage der SPD-Fraktion ein. Inwieweit Hotels betroffen sein werden, dazu will das Wirtschaftsministerium keine NRW-weite Schätzung abgeben, „da das Karnevalsgeschehen regional sehr unterschiedlich ausgeprägt ist.“ Die Regierung verweist in ihrem Bericht aber auf eine Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting und der FH Köln: Demnach hat das Hotelgewerbe in der Domstadt während der Session 2017/2018 rund 63 Millionen Euro eingenommen – zehn Prozent ihres Jahresumsatzes.

Kölner Kneipen könnte es noch härter treffen: Sie erwirtschafteten laut der gleichen Studie „an den wesentlichen fünf Karnevalstagen bis zu 20 Prozent des Jahresumsatzes“, heißt es von der Regierung. Insgesamt habe der Umsatz im Kölner Kneipenkarneval in der besagten Session bei 182 Millionen Euro gelegen. (Wie sehr die Corona-Krise einen Kneipen-Betreiber getroffen hat, lesen Sie hier.)

Was Kostüme angeht, stellt das Wirtschaftsministerium lediglich fest, dass „voraussichtlich deutlich weniger Kostüme und Accessoires verkauft werden als in den Vorjahren.“ Wie hoch der Umsatzverlust tatsächlich sein werde, könne weder die Landesregierung noch der Verband der Nordwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie vorhersagen. (Kostenpflichtiger Inhalt Wie sich die Corona-Pandemie auf den Verkauf in Karnevalsgeschäften auswirkt, beschreibt ein Kölner Kostümladen-Betreiber im Protokoll.)

Zur Frage der SPD, wie viele Jobs das Karnevals-Aus kosten könnte, verweist das Ministerium erneut auf die Studie von Boston Consulting und FH Köln: Demnach konnten in der Stadt „6500 Arbeitsplätze dem Karneval zugeordnet werden“.

Die Landesregierung und Vertreter des Karnevals hatten sich bereits Mitte September geeinigt, dass es diesmal keine Karnevalsbälle oder Umzüge geben wird. Rosenmontag ist am 15. Februar.

(mba/dpa)