NRW hinkt im bundesweiten Vergleich bei der Weiterbildung hinterher

Schlusslicht : NRW hinkt bei der Weiterbildung hinterher

Im bundesweiten Vergleich bleibt Nordrhein-Westfalen bei der Nutzung von Weiterbildungsangeboten weit zurück. Das zeigt eine neue Studie der Bertelsmann-Stiftung. Vor allem Menschen ohne abgeschlossene Ausbildung werden abgehängt.

Die Weiterbildung von Menschen ohne Berufsabschluss ist in Nordrhein-Westfalen ein Problem. Das geht aus dem Weiterbildungsatlas der Bertelsmann-Stiftung hervor. Demnach bilden sich nur 5,5 Prozent der Betroffenen gezielt beruflich weiter. Bundesweit liegt diese Quote bei 6,7 Prozent. Unter den Ländern liegt NRW in Deutschland auf dem letzten Platz.

Während die Teilnahmequote in Bonn mit 8,2 Prozent noch über dem Bundesdurchschnitt liegt, bildet Aachen mit 3 Prozent das deutschlandweite Schlusslicht. "Die Weiterbildungschancen sind in Deutschland ungleich verteilt. Gerade die Geringqualifizierten, die am meisten profitieren könnten, haben zu geringe Weiterbildungschancen", sagt Jörg Dräger, Vorstandsmitglied der Bertelsmann-Stiftung.

Menschen ohne abgeschlossene Ausbildung nutzen die Weiterbildungsangebote deutlich seltener als besser Qualifizierte. Insgesamt nimmt in NRW fast jeder neunte Bürger mindestens einmal im Jahr Möglichkeiten beruflicher Weiterbildung wahr. Diese Quote von 12 Prozent liegt jedoch ebenfalls unter dem Bundesdurchschnitt von 13,5 Prozent. Bei diesem Wert reiht sich das Bundesland im unteren Mittelfeld ein.

Zwischen den Regionen in NRW gibt es große Unterschiede. Meist schneiden Städte und Kreise mit hoher Wirtschaftskraft besser ab. Spitzenreiter sind Münster mit 15,8 und Bonn mit 14,6 Prozent. In Aachen werden die Weiterbildungen nicht einmal halb so oft genutzt. Hier liegt die Teilnahmequote bei 6,5 Prozent.

Eine Trendwende ist nicht in Sicht. Die Teilnahmequote in NRW ist zwischen 2007 und 2012 insgesamt um 1,2 Prozentpunkte gesunken. Grundlage der Studie sind Daten des Mikrozensus der Jahre 2007 bis 2012.

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(lnw)
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