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NRW: Falschgeld-Fälle steigen deutlich an

Blüten im Darknet : Zahl der Falschgeld-Fälle in NRW deutlich gestiegen

Die Polizei in NRW hat im vergangenen Jahr in deutlich mehr Falschgeld-Fällen ermittelt. Als einen Grund für den Anstieg vermuten Experten, dass es für Kriminelle inzwischen recht einfach ist, über das Internet an „Blüten“ zu kommen.

Die Zahl der Falschgeld-Fälle in Nordrhein-Westfalen hat im vergangenen Jahr drastisch zugenommen. 2020 registrierte die Polizei 1363 Fälle - fast drei mal so viele wie im Jahr 2019 (473). Ein Faktor dabei sei in der Statistik nicht erfasst, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamts in Düsseldorf: Möglicherweise seien größere Tätergruppen zerschlagen worden. Doch auch die leichteren Beschaffungswege über das Internet könnten eine Rolle spielen. Seit 2016 waren die Fallzahlen rückläufig gewesen.

Die Bonner Polizei vermutet als Ursache für die Zunahme, dass es für Täter immer einfacher werde, an Falschgeld zu kommen - zum Beispiel über das Darknet. In Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis ermittelte die Polizei nach Angaben eines Sprechers 2020 in 43 Falschgeld-Fällen - im Vorjahr waren es 19.

Bei der für Computerkriminalität zuständigen Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime NRW wurden nach Angaben des Kölner Oberstaatsanwalts Christoph Hebbecker zwar keine speziellen Falschgeld-Verfahren geführt. „Aber die Zugänglichkeit ist durch die technischen Möglichkeiten heute sicherlich leichter als vor einigen Jahren.“ Es sei relativ leicht, über das Internet „Blüten“ zu kaufen - und auch zu verkaufen.

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Auch die Deutsche Bundesbank geht davon aus, dass das Internet bei der Verbreitung von Falschgeld eine große Rolle spielt. Zwar sei der in Deutschland durch Falschgeld entstandene Schaden von 3,3 Millionen Euro 2019 auf nun rund 2,9 Millionen Euro gesunken, hatte die Bundesbank im Januar mitgeteilt. Allerdings hätten Kriminelle höhere Stückzahlen gefälschter Scheine in Umlauf gebracht - 2020 waren es fast 58.800 Falschnoten nach knapp 55.200 im Jahr zuvor.

Die Bundesbank erklärte dies mit dem vermehrten Aufkommen nachgemachter Geldscheine, die im Internet unter den Begriffen „Movie Money“ oder „Prop copy“ als Spielgeld oder Filmrequisite angeboten würden. Diese treiben demnach die Zahl der Blüten vor allem beim 10- und beim 20-Euro-Schein deutlich nach oben.

(chal/dpa)