Fototermin statt konkrete Hilfen NRW enttäuscht über Chemiegipfel

Düsseldorf · Das Spitzentreffen im Kanzleramt wurde der Fototermin, den der Lanxess-Chef befürchtet hat. Ministerpräsident Wüst und Covestro-Chef Steilemann kritisieren, dass keine Entlastung in Sicht ist. In NRW geht es um Tausende Jobs.

Die Chemie leidet unter den hohen Energiekosten.

Die Chemie leidet unter den hohen Energiekosten.

Foto: dpa/Jan Woitas

Der Chef des Kölner Chemiekonzerns, Matthias Zachert, hat recht behalten: Der Chemiegipfel im Kanzleramt war der inhaltsleere Fototermin, den er befürchtet hatte. Zwar teilte die Bundesregierung nach dem Treffen am Mittwochmittag mit: „Die chemische Industrie ist eine der wichtigsten Branchen der deutschen Volkswirtschaft.“ Und man habe sich darauf verständigt, dass eine wettbewerbsfähige Energie- und Rohstoffversorgung, der Abbau bürokratischer Hürden, eine ausgewogene Regulierung in Europa, gezielte Förderung von Innovationen und Fachkräftesicherung notwendige Rahmenbedingungen für die Branche seien. Doch faktisch ist nichts passiert. „Der Gipfel war noch zu kleines Karo“, sagte Michael Vassiliadis, Chef der Gewerkschaft IG BCE, nach dem mittäglichen Treffen und warnte: „Die Energiepreiskrise bringt die Branche in eine ernste Lage, so dass die Politik handeln muss.“