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NRW: Ditib lässt Sitz im Beirat für Religionsunterricht ruhen

Nach Spitzelvorwürfen : Ditib lässt Sitz im Beirat für Religionsunterricht ruhen

Die türkisch-islamische Union Ditib lässt nach Spitzelvorwürfen gegen Imame aus ihren Reihen nun ihren Sitz im Beirat für den islamischen Religionsunterricht an NRW-Schulen ruhen. Schulministerin Löhrmann (Grüne) hatte diesen Schritt gefordert.

Der Beiratssitz solle "für kurze Zeit" bis zur Klärung der Vorwürfe ruhen, teilte der Ditib-Bundesverband am Dienstag in Köln mit. Er kommt damit einer Forderung der nordrhein-westfälischen Schulministerin Löhrmann nach. In dem Beirat der Landesregierung hat die Ditib einen der acht Sitze.

Einzelne Ditib-Imame werden beschuldigt, in Moscheen Regimegegner ausgespäht und bei den türkischen Behörden denunziert zu haben.

Auf einer von Imamen erstellten Bespitzlungsliste finden sich 28 Personen und elf Institutionen, die mutmaßlich der oppositionellen Gülen-Bewegung angehören, darunter auch fünf Lehrer aus Nordrhein-Westfalen. Inzwischen ermittelt die Bundesanwaltschaft gegen die Ditib wegen des Verdachts des Landesverrats.

Für eine erfolgreiche Arbeit des Beirates sei es nötig, dass er diese in Ruhe sowie losgelöst von tagesaktuellen und politischen Diskussionen durchführen könne, so die Ditib. Der Schritt sei "ein Zeichen der Kooperation" und des Versuches, die aktuelle Debatte zu versachlichen.

Der Beirat bestimmt darüber, was im islamischen Religionsunterricht gelehrt wird und welche Lehrer unterrichten. Eigentlich muss laut Verfassung eine Religionsgemeinschaft darüber befinden.

Da die islamischen Verbände bislang nicht als Religionsgemeinschaft anerkennt sind, dient der bis 2019 befristete Beirat als Übergangslösung. Die Mitglieder werden zur Hälfte von der Landesregierung und zur anderen Hälfte von den Islamverbänden entsandt.

Derzeit erhalten laut Löhrmann an landesweit 200 Schulen 16.100 Schüler islamischen Bekenntnisunterricht. Dafür stehen 224 Lehrer zur Verfügung. In NRW gibt es laut Schulministerium 364.000 muslimische Schüler. Somit erhalten nicht einmal fünf Prozent von ihnen islamischen Bekenntnisunterricht.

(KNA/lnw/csr)