NRW: Bundesregierung erlaubt Zugriff auf Ölreserve wegen Niedrigwasser im Rhein

Niedrigwasser im Rhein: Bundesregierung erlaubt Zugriff auf Ölreserve

Die Bundesregierung hat dem Regierungsbezirk Köln den Zugriff auf Treibstoff aus der Erdöl-Reserve Deutschlands erlaubt. Auch Hünxe, Gelsenkirchen und Wesseling sind betroffen. Damit reagieren die Politiker auf das Niedrigwasser im Rhein.

Die Bundesregierung trifft angesichts des niedrigen Wasserstands des Rheins nach dem trockenen Sommer Vorkehrungen für die Versorgung mit Erdölprodukten. Weil in bestimmten Regionen des Mittel- und Oberrheins der Wasserstand so niedrig sei, dass Schiffe den Fluss nicht mehr befahren oder nur eingeschränkt beladen werden könnten, wurden Reserven des Erdölbevorratungsverbandes (EBV) in Hamburg freigegeben, wie eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums am Freitag bestätigte.

Dem EBV gehören alle Unternehmen an, die Erdöl einführen oder verarbeiten und die den Verband finanzieren. Seine Aufgabe ist es, angesichts der enormen Bedeutung von Erdöl für die Wirtschaft - beispielsweise als Treibstoff für Fahrzeuge oder die Luftfahrt oder als Rohstoff für die chemische Industrie - Vorräte im Umfang der Menge zu halten, die in 90 Tagen im Durchschnitt eingeführt wird.

Freigegeben wurden laut einer Veröffentlichung des Wirtschaftsministeriums im Bundesanzeiger, über die am Freitag zunächst die „Wirtschaftswoche“ berichtet hatte, nun 84.000 Tonnen Ottokraftstoff und 180.000 Tonnen Diesel für Autos sowie 67.000 Tonnen Treibstoff für Flugzeuge.

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Davon profitieren sollen bei den Treibstoffen für Pkw die von Lieferschwierigkeiten besonders betroffenen Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg sowie der Regierungsbezirk Unterfranken.ie Erlaubnis nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums auf Vorratslager für Diesel und Benzin im Regierungsbezirk Köln sowie auf Treibstoff für Flugzeuge in den Vorratslagern Gelsenkirchen, Hünxe im Kreis Wesel, Köln-Godorf und Wesseling im Rhein-Erft-Kreis.

Hintergrund ist dem Bericht zufolge der niedrige Wasserstand des Rheins, der die Versorgung der Wirtschaft gefährdet. Seit Wochen fahren die Schiffe nicht mehr voll beladen auf dem Fluss - damit ist die Verbindung zwischen dem Ölzentrum Rotterdam und dem Südwesten Deutschlands beeinträchtigt.

Die Freigabe ist dennoch ein ungewöhnlicher Vorgang: Der „Wirtschaftswoche“ zufolge kam dies in der 40-jährigen Geschichte des EBV zuvor nur drei Mal vor - wegen des Irak-Konflikts, der Libyen-Krise sowie des Hurrikans Katrina in den USA im Jahr 2005.

(mba/dpa/AFP)
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