Verbreitungskarte In welchen NRW-Städten die Nosferatu-Spinne besonders häufig vorkommt

Inzwischen ist sie fast eine alte Bekannte, obwohl sie ursprünglich gar nicht in der Region lebte: die Nosferatu-Spinne. Sie sorgt für manchen Schrecken bei Spinnenphobikern. Eine Karte zeigt nun ihre Verbreitung.

Nosferatu-Spinne: In diesen NRW-Städten wurde sie gesichtet​
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In diesen NRW-Städten wurde die Nosferatu-Spinne gesichtet

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Foto: CC BY 2.0/rankingranqueen

Zuerst war sie in Wohnungen und Kellern zu finden, mittlerweile hat es sich die Nosferatu-Spinne aber auch in der hiesigen Umgebung bequem gemacht. Die Arachnologische Gesellschaft (AraGes) hat eine Karte veröffentlicht, in der Sichtungen aufgelistet werden. So können Nutzer sehen, wo die Spinne überall vorkommt.

Woher stammen die Daten?

Hubert Höfer, stellvertretender Vorstand der AraGes, sagt, bei den Daten, die für die Karten des Spinnenatlas benutzt werden, handelt es sich um überprüfte Sichtungen. „Das heißt, dass sich Spinnenkundler oder Privatpersonen bei uns melden können, wenn sie ein Tier einer bestimmten Art gesichtet haben“, sagt er. Die Mitglieder der AraGes prüften diese Sichtungen dann, etwa anhand von mitgesendeten Fotos. „Wenn die aber zu unscharf sind, nehmen wir diesen Hinweis nicht an“, so Höfer. Aber auch systematische Daten, etwa von Zoos, können einfließen.

„Bei der Nosferatu-Spinne haben wir uns ausnahmsweise mit dem ‚Naturgucker‘ zusammen getan“, sagt Höfer. Die Daten dieses Meldeportals für Laien haben nach einer Prüfung durch die AraGes ebenfalls Einzug in die Karte gehalten. Die Nosferatu-Spinne habe ein so großes Interesse in der Bevölkerung hervorgerufen, dass zu ihr ein besonders großer Datensatz eingegangen sei. „Deswegen haben wir uns dazu entschieden, das auch mit einfließen zu lassen“, so Höfer.

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Was Sie zur Nosferatu-Spinne wissen müssen

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Foto: dpa/Robert Pfeifle

Was kann man in der Karte ablesen?

„Es ist eine Nachweiskarte, keine Verbreitungskarte“, sagt Höfer. Es sei stark anzunehmen, dass die Nosferatu-Spinne mittlerweile flächendeckend verbreitet sei. „Aber überprüfen können wir nun mal nur Sichtungen“, so Höfer. Besonders wenn ein Tier so oft in den Medien besprochen werde, wie es in den vergangenen Sommern bei der Nosferatu-Spinne der Fall war, dann sei die Aufmerksamkeit groß. „Man sieht schlicht häufiger, womit man sich viel beschäftigt“, so der Experte. Leere Flecken auf der Karte bedeuteten dementsprechend auch nicht, dass die Spinne dort nicht vorkommt, sondern lediglich, dass es keine eingetragene Sichtung gab.

Wo in NRW wurde die Nosferatu-Spinne gesichtet?

Ein Blick auf die Karte zeigt, dass die Spinne besonders im Süden und Westen Deutschlands häufig auftauchte. Auch in NRW ist die gesicherte Verbreitung der Spinne in weitem Abstand am Rhein entlang erkennbar. Lediglich an der Grenze zu den Niederlanden sind noch einige Stellen frei, zudem im Osten Nordrhein-Westfalens.

Je weiter man den Zeitregler in die Vergangenheit schiebt, umso seltener werden die Sichtungen. So tauchten die ersten Funde in den 2000er-Jahren in Düsseldorf und Korschenbroich auf, Jahre später auch in Köln und Duisburg. Ab circa 2018 nahmen die Sichtungen überall zu, seit 2022 ist kaum mehr ein Gebiet zu finden, in dem die Nosferatu-Spinne nicht gesichtet wurde.

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Ist die Spinne gefährlich?

Die Nosferatu-Spinne ist seit zwei Jahren wohl bekannt in Deutschland, auch in Nordrhein-Westfalen wurde sie immer wieder gesichtet.

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Foto: Kandzorra, Christian

Nein. Zwar ist sie giftig, aber das sind andere heimische Arten wie etwa die Kreuzspinne auch. Der Biss ist vergleichbar mit dem Schmerz eines Wespen- oder Bienenstichs. Unter Umständen kann der Biss, wie andere Insektengifte, eine allergische Reaktion hervorrufen. Wer aber nicht allergisch ist, der hat auch keine gesundheitlichen Probleme zu erwarten. Wer sie zu Hause entdeckt, der sollte die Spinne mit einem Glas und einem Stück Papier aufnehmen und nach draußen bringen. Dort sucht sie sich wieder einen Unterschlupf.

Wird sie hier bleiben?

Vermutlich schon. Bei Nosferatu-Spinnen handelt es sich nicht um eine exotische Spezies. Sie ist schon immer im Mittelmeerraum – also in Europa – heimisch. Nachdem sie hier zunächst vorwiegend in Häusern gefunden wurde, ist sie nun aber auch in freier Wildbahn zu Hause. Auch aus NRW wird diese Spinnenart deshalb nicht wieder verschwinden. „Anhand dieser Art kann man auch sehr gut sehen, wie unsere moderne Welt solch schnelle Verbreitungen fördert“, so Höfer. „Sie kommt im Reisegepäck oder beim Warentransport zu uns und fühlt sich wohl.“

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