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Nizza-Anschlag: NRW-Landtag in Düsseldorf gedenkt der Opfer von Terror

„Anschläge verurteilen“ : NRW-Landtag gedenkt der Opfer von Nizza

In einer Schweigeminute hat der nordrhein-westfälische Landtag am Freitag der Opfer des mutmaßlich terroristischen Messerangriffs von Nizza gedacht. In Frankreich waren drei Menschen getötet worden.

„Wir wollen und wir werden nicht zulassen, dass die Errungenschaften der Aufklärung und auch des interreligiösen Gespräches von Fanatikern und Fundamentalisten durch die Saat des Hasses zerstört werden“, sagte Landtagspräsident André Kuper vor Eintritt in die reguläre Tagesordnung der Sondersitzung. „Wir gehen in aller Entschlossenheit dagegen vor.“

Ein 21-jähriger Tatverdächtiger soll am Donnerstag drei Menschen in Nizza mit einem Messer getötet haben; zwei Opfer wurden in der Kirche Notre-Dame im Stadtzentrum aufgefunden. Die Tat hat weltweit Entsetzen und Anteilnahme ausgelöst.

„Wir sind sprachlos angesichts dieser rohen Gewalt“, sagte Kuper. „Nordrhein-Westfalen trauert und fühlt mit Frankreich!“ Tödliche Angriffe wie in Nizza und wie zuvor auf einen Lehrer in Paris seien Angriffe auf die Demokratie und ihre Werte. „In Europa, in der Demokratie wird das Wort geführt und nicht die Gewalt, nicht das Schwert“, unterstrich der Landtagspräsident.

Er forderte alle islamischen Verbände und Institutionen in Europa, Prediger, Vorbeter in den Moscheen und theologischen Lehrer der großen Islamschulen auf, nicht zu schweigen, sondern solche terroristischen Anschläge öffentlich zu verurteilen. Dabei gehe es „nicht um eine Lynch-Kampagne gegen Muslime“, unterstrich Kuper. „Eine Demokratie unterscheidet ihre Bürger nicht nach ihrer Religion, sondern misst sie an ihren Taten.“

Nach dem mutmaßlich islamistisch motivierten Messerangriff mit drei Toten in Nizza hat die Polizei einen weiteren Verdächtigen in Gewahrsam genommen. Der 47-Jährige werde verdächtigt, am Tag vor der Tat mit dem mutmaßlichen Täter in Kontakt gestanden zu haben. Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich nach Angaben der Ermittler um einen 21-jährigen Tunesier. Er war erst vor Kurzem aus Italien nach Frankreich eingereist. Laut Nizzas Bürgermeister Christian Estrosi rief der Angreifer mehrfach „Allahu Akbar“ (Gott ist groß), bevor ihn die Polizei mit Schüssen verletzte und festnahm.

Der Angriff ereignete sich knapp zwei Wochen nach der Enthauptung eines Lehrers. Dieser war in Paris von einem mutmaßlichen Islamisten tschetschenischer Herkunft auf offener Straße mit einem Messer getötet worden. Im Unterricht hatte der Lehrer beim Thema Meinungsfreiheit umstrittene Mohammed-Karikaturen genutzt.

(mba/dpa)