Neues Jagdgesetz für NRW: Das wollen Jäger

Neues Jagdgesetz für NRW : „Jäger wollen keine Katzen schießen. Das wollten wir noch nie“

Im Landtag soll bald über ein neues Jagdgesetz beraten werden. Jäger sind sich einig, was sie von der Novelle erwarten.

Jäger-Präsident Ralph Müller-Schallenberg erläuterte am Mittwoch in Düsseldorf, was er von der Jagd-Novelle der CDU/FDP-Regierung erwartet. Das Gesetz soll noch vor der Sommerpause im Landtag beraten werden.

Katzen und Hunde

Die Jagd-Novelle der abgewählten rot-grünen Landesregierung verfügte 2015 ein totales Abschussverbot für streunende Katzen und strikte Ausnahmen für Schüsse auf wildernde Hunde. In der hitzigen öffentlichen Debatte fühlten sich viele Jäger als Katzenkiller diffamiert. Jetzt betont Müller-Schallenberg, sein Verband verlange für seine 65.000 Mitglieder in NRW keineswegs eine Lizenz zum Töten: „Jäger wollen keine Katzen schießen. Das wollten wir noch nie.“

Gleichwohl gehe es hier um Artenschutz - vor allem der Bodenbrüter. „Die verwilderte Katze ist der größte Artenreduzierer.“ Dieses Problem müsse die Politik lösen - entweder durch Katzenregistrierung, Chips, Kastration oder Katzensteuer. Der Gesetzentwurf der Regierung sehe keine Änderungen beim Abschuss von Katzen und Hunden vor und der Jagdverband verlange auch keine.

Totschlagfallen

Rot-Grün hatte auch Totschlagfallen und die Baujagd auf Füchse verboten. Letzteres hat die neue Landesregierung bereits wieder erlaubt. Der Jagdverband, der nach eigenen Angaben gut 80 Prozent aller 91.000 Jagdscheinbesitzer in NRW vertritt, hält auch Totschlagfallen für nötig. Raubwild, das nur nachts unterwegs sei, wie etwa Marder, könne nicht mit der Waffe gejagt werden, erklärte Müller-Schallenberg.

Jagd-Katalog

In den jagdrechtlichen Tierkatalog gehören nach Ansicht des Verbands alle rund 80 heimischen Tierarten in NRW. Rot-Grün habe die Liste auf nur noch 27 Arten ausgedünnt. Bei der Liste gehe es nicht darum, alle Tierarten zu bejagen, sondern darum, die Hegepflicht der Jäger auf alle auszudehnen, betonte der Präsident. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland befürchtet hingegen das Schlimmste: „Das NRW-Umweltministerium bläst mit dem Abschuss des ökologischen Jagdgesetzes zur Jagd auf die biologische Vielfalt und outet sich dabei als Marionette des Landesjagdverbands“, kritisierte der NRW-Vorsitzende Holger Sticht.

Wölfe

Auch der wieder verstärkt gesichtete Wolf muss aus Sicht der Jäger in ihrem Visier bleiben. Wie alle Arten, die keine natürlichen Feinde mehr hätten, werde er sich ungebremst ausbreiten und andere Tiere qualvoll reißen, wenn der Bestand nicht reguliert werde, warnte Müller-Schallenberg.

Kanadagänse

Bei den sich munter vermehrenden und ordentlich Dreck hinterlassenden Kanadagänsen sei die Regulierung des Bestands in den Innenstädten an Ausnahmegenehmigungen der kommunalen Behörden gebunden, erläuterte der Jäger-Präsident. Ansonsten seien Innenstädte „befriedete Bezirke“ mit Jagdverbot

Wildschweine

Obelix liebt sie und auch Jäger wissen die Qualitäten der Wildschweine zu schätzen. „Das ist eine sehr schlaue Wildart“, weiß Müller-Schallerberg. Dennoch fordert er eine Lizenz, „Schwarzwild scharf zu bejagen, um eine Ausbreitung der Schweinepest zu verhindern“.

(sef/dpa)
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