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Neuer Prozess um Mord an Wuppertaler Unternehmerpaar gestartet

Vor dem Landgericht Düsseldorf : Neuer Prozess um Mord an Wuppertaler Unternehmerpaar gestartet

Neue Runde im spektakulären Mordfall Springmann: Ein neuer Prozess um den Tod des millionenschweren Wuppertaler Unternehmerpaars hat am Donnerstag begonnen. Es geht um den umstrittenen Freispruch eines mutmaßlichen Komplizen.

Die Wuppertaler Staatsanwaltschaft hält einen mutmaßlichen Komplizen (47) im Mordfall Springmann weiterhin für schuldig. Das hat Staatsanwalt Hauke Pahre am Donnerstag in Düsseldorf deutlich gemacht. Das Wuppertaler Landgericht hatte den Geschäftspartner des Enkels der Senioren in einem ersten Prozess freigesprochen, den Enkel aber wegen Mordes verurteilt. Der Bundesgerichtshof hatte den Freispruch aufgehoben und den Fall an das Düsseldorfer Landgericht verwiesen. Dort begann am Donnerstag der neue Prozess.

Das vermögende Unternehmerpaar Springmann hatte den Enkel laut Staatsanwaltschaft mit üppigen Geldzuwendungen verwöhnt. Der junge Mann habe sein Studium abgebrochen, luxuriös gelebt und das Geld vor allem für teure Autos ausgegeben. Als der Großvater dahinter kam, soll er mit dem Ende der Zuwendungen gedroht haben.

Am Tag des Todes der Senioren sei eine Aussprache in deren Villa geplant gewesen, so der Staatsanwalt. Der 47-jährige mutmaßliche Komplize des Enkels sei ebenfalls von dem Geldfluss abhängig gewesen. „Er musste um den Verlust monatlicher Zahlungen und zweier Darlehen fürchten.“

Beide Männer hätten daher gemeinsam geplant, die Großeltern zu töten. Der Angeklagte schwieg beim Prozessauftakt zu den Vorwürfen. Er ist nicht in Untersuchungshaft. Richter Rainer Drees warnte ihn: Sollte er einem Verhandlungstag fernbleiben, werde er sofort Haftbefehl gegen ihn erlassen. Laut Gerichtssprecherin sind zwölf Verhandlungstage für den Prozess geplant.

Christa (88) und Enno Springmann (91) waren am 19. März 2017 in ihrer Villa umgebracht worden. Nach Überzeugung des Wuppertaler Landgerichts tötete der Enkel seinen Großvater aus Habgier. Dessen Frau Christa habe sterben müssen, um die erste Tat zu verdecken.

Den mitangeklagten Geschäftspartner hatte die Kammer freigesprochen, da sie es zwar als erwiesen ansah, dass der Mann zur Tatzeit im Haus der Springmanns gewesen sei - aber der Grund dafür sei unklar geblieben. Die Springmanns waren in Wuppertal angesehene Förderer der Kunst. Sie hatten dafür eine Stiftung gegründet.

Der Prozess wird am 26. August fortgesetzt. Dann ist ein ungewöhnlicher Auftritt geplant: Der rechtskräftig als Mörder verurteilte Enkel der Opfer soll dann als Zeuge gegen seinen mutmaßlichen Komplizen aussagen.

(chal/dpa)