Allein 2200 gestohlene Bäume im Sauerland Neue Dimension des Christbaum-Diebstahls in NRW

Düsseldorf · Mindestens vier Geschädigte, rund 2200 gestohlene Weihnachtsbäume und ein wirtschaftlicher Schaden, der in den fünfstelligen Bereich geht: Das ist die Bilanz von Dieben, die im großen Stil Weihnachtsbäume im Hochsauerlandkreis geklaut haben.

 Die Weihnachtsbaum-Diebe in NRW werden immer dreister.

Die Weihnachtsbaum-Diebe in NRW werden immer dreister.

Foto: dpa, Rolf Vennenbernd

Der Hochsauerlandkreis im Osten Nordrhein-Westfalens ist der flächenmäßig größte Bezirk des Bundeslands. Jeder dritte Weihnachtsbaum in Deutschland stammt aus dem Sauerland. Die Region ist dünn besiedelt und vor allem waldreich. Für Diebe, die es auf das illegale Abholzen von Weihnachtsbäumen abgesehen haben ein ideales Beute-Gebiet.

Wie die Polizei des Hochsauerlandkreises auf Anfrage bestätigt, nimmt der Christbaum-Klau in diesem Jahr neue Dimensionen an. Besonders dreist ist der Fall aus dem Dorf Endorf. Dort hat es einen Weihnachtsbaum-Produzenten hart erwischt: Von seinen Kulturen ließen die Diebe 1500 Bäume mitgehen.

"Diebe waren sehr dreist"

Ähnliche Fälle gab es auch im Raum Sundern. 400 Bäume wurden bei Eberhard Hennecke gestohlen. Bei ihm schlugen die Diebe gleicht zweimal in zwei verschiedenen Schonungen zu: 400 Bäume für die er rund 10.000 Euro bekommen hätte. Hinzu kommen zwei Diebstähle im Raum Schmallenberg, bei denen die Täter 100 und 200 Bäume entwendeten.

"Die Diebe in Endorf müssen sehr dreist gewesen sein. Denn eine so große Anzahl an Bäumen stiehlt man nicht in der Nacht. Das dürfte tagsüber passiert sein", sagt Bianca Scheer, Sprecherin der Polizei. "Und das Problem ist: Für uns Sauerländer ist das Geräusch einer Motorsäge normal. Auffällig ist das nicht."

Bauern schauen nachts nach

Und doch: Überraschend ist das Vorgehen der unbekannten Täter. "Auch hier gilt offenbar die Regel: Je dreister desto effektiver", sagt Scheer.

Und was können die Verbraucher tun: etwa gestohlene Bäume nicht kaufen? Scheer: "Sie sehen es einem Christbaum-Baum ja nicht an, dass er geklaut ist. Das ist ein Problem." Viele Bauern indes schauen inzwischen nachts selbst bei ihren Plantagen vorbei, wenn dort in größerer Zahl geschlagene und in Netzen verpackte Bäume liegen, berichtet der Sprecher der Christbaum-Erzeuger in NRW, Meinolf Mütherich.

Einmal beklaut aber bleiben die Weihnachtsbaum-Produzenten zumeist auf ihrem Schaden sitzen. "Versichert ist niemand", sagt Produzent Hennecke. Er will künftig Satelliten-Sender in einigen seiner Bäume verstecken. Und die Polizei kontrolliert verstärkt größere Transporte.

Ihr Appell an die Bürger: "Seien Sie wachsam, melden Sie uns verdächtige Aktivitäten. Denn um die Diebe zu ermitteln, brauchen wir Hinweise aus der Bevölkerung."

(nbe)