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Gegen Kollegin gehetzt: Nazi-Skandal um Aachener Polizeischüler

Gegen Kollegin gehetzt : Nazi-Skandal um Aachener Polizeischüler

Das Polizeipräsidium Aachen hat einen angehenden Kommissaranwärter wegen ausländerfeindlicher Parolen und Hakenkreuzschmierereien vom Dienst suspendiert. Ihm wird vorgeworfen in einem Kursus für Kommissaranwärter gegen eine teilnehmende Kollegin mit Migrationshintergrund gehetzt zu haben.

In einer "WhatsApp-Gruppe" soll die Frau mit fremdenfeindlichen Parolen beleidigt worden sein. Zudem soll er ein Hakenkreuz in einen Textmarker der Kollegin geritzt haben. Außerdem wurden im Zuge der Ermittlungen in sozialen Medien Fotos und Texte mit menschenverachtenden, fremdenfeindlichen und rechtsextremistischen Inhalten gepostet.

Die Gruppe bestand wohl aus fast allen Teilnehmern des Kurses und war eigentlich dafür gedacht, sich über Klausurthemen auszutauschen. Deshalb ermitteln Polizei und Staatsschutz noch gegen weitere Personen."Es ist nicht auszuschließen, dass noch mehr suspendiert werden", sagte ein Insider. "Sie werden alle vernommen."

Aufgeflogen war Vorfall durch einen Teilnehmer, der die Diskriminierungen seinem Vorgesetzten meldete. Der Aachener Polizeipräsident Dirk Weinspach leitet sofort nach Bekanntwerden des Vorfalls ein Ermittlungsverfahren gegen die Beteiligten ein. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) unterstützt das konsequente Vorgehen des Polizeipräsidenten.

"Wir dulden keine rechtsradikalen oder fremdenfeindlichen Einstellungen in der Polizei. Wer damit sympathisiert, hat im Polizeidienst nichts zu suchen", sagte Plickert. So schlimm der Vorfall auch sei, dürfe nicht übersehen werden, dass es ein junger Polizist war, der die Behördenleitung über die fremdenfeindlichen Äußerungen informiert habe.

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Das zeigt, dass Polizisten konsequent gegen jede Form von fremdenfeindlichen und rassistischen Äußerungen in den eigenen Reihen vorgehen", sagte Plickert. Auch der Aachern Polizeipräsident lobte das Verhalten. "Das ist vorbildliche und genau das, was ich von einem Polizeibeamten erwarte", sagte Weinspach.