Nach Massenschlägerei in Oberhausen: Polizei-Razzia gegen mutmaßliche Hooligans

Nach Massenschlägerei in Oberhausen : Razzia gegen mutmaßliche Hooligans im Ruhrgebiet

Ermittler haben zehn Objekte in Dinslaken, Essen, Oberhausen und Iserlohn durchsucht. Hintergrund der Razzia in NRW war eine Massenschlägerei nach einem Fußballspiel in Oberhausen. Es wurden unter anderem Elektroschocker, Messer und Drogen gefunden.

Die Polizei Oberhausen und die Duisburger Staatsanwaltschaft haben am Montagmorgen in mehreren Städten im Ruhrgebiet die Wohnungen und Häuser von mutmaßlichen Hooligans durchsucht. Die Staatsanwaltschaft Duisburg hatte für die Aktion richterliche Durchsuchungsbeschlüsse erwirkt.

Polizisten durchsuchten am Montag zeitgleich zehn Objekte in Dinslaken, Essen, Oberhausen und Iserlohn. Bei der groß angelegten Aktion stellten die Ermittler umfangreiche Beweismittel sicher, darunter Waffen wie Elektroschocker, Messer, Schlagringe und Zwillen. Außerdem wurde Vermummung wie Sturmhauben und Mundschutz gefunden, zudem Drogen und mehrere Handys, Laptops, Tablets und Speicherkarten. Von neun Personen (fünf davon in Oberhausen) habe man Fingerabdrücke genommen und sie „erkennungsdienstlich behandelt“, teilte die Polizei weiter mit. Gegen welche Verdächtigen sich die Razzien vom Montag richteten, wurde zunächst nicht mitgeteilt. Festnahmen gab es nicht.

Die Ermittler gingen in mehreren NRW-Städten gleichzeitig gegen mutmaßliche Hooligans vor. Foto: Polizei Oberhausen

Hintergrund des Einsatzes ist ein Vorfall in Oberhausen: Vor zwei Wochen, in der Nacht auf den 1. Oktober, hatte es am Bahnhof Oberhausen-Sterkrade eine Massenschlägerei von bis zu 100 gewaltbereiten Hooligans gegeben. Die Anhänger rivalisierender Fußballclubs waren vermummt und mit Stöcken aufeinander losgegangen. Ein Mensch wurde dabei verletzt.

Die Polizei war mit Bundespolizisten, Hundeführern und einem Hubschrauber angerückt. Einige der Tatverdächtigen waren daraufhin über die Gleise geflohen. Mehrere Beteiligte waren von der Polizei gefasst worden. Nach dem nächtlichen Gewaltexzess waren gegen zwölf mutmaßliche Beteiligte Ermittlungen wegen besonders schweren Landfriedensbruchs aufgenommen worden.

Eine der rivalisierenden Fußball-Gruppen war nach Informationen unserer Redaktion die Hooligan-Vereinigung „Semper fidelis“ von Rot-Weiß Oberhausen. Das wollte die Polizei Oberhausen auf Anfrage unserer Redaktion weder bestätigen noch dementieren. Auf der Gegenseite stand wohl eine Gruppe aus Essen. Auch das wollte die Polizei nicht bestätigen, aber auch nicht dementieren. Rot-Weiß Oberhausen hatte an dem Abend des 30. September gegen die Reserve von Borussia Dortmund gespielt.

Am Tag nach der Massenschlägerei hatte die Oberhausener Kriminalpolizei eine Ermittlungskommission eingerichtet, um die Hintergründe des Vorfalls aufzuklären und die Täter zu identifizieren. „Polizei und Staatsanwaltschaft dulden keine Gewaltexzesse von sogenannte Fußballfans in unseren Städten“, teilten die Ermittler in einer Stellungnahme mit. „Straftaten werden auch in diesem Bereich konsequent verfolgt.“ Die Ermittlungen in den Verfahren dauern an.

(mba)
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