Nach Angriff auf jüdischen Professor in Bonn: Jitzchak Melamed kritisiert NRW-Polizei

Jüdischer Professor kritisiert NRW-Polizei : „Sie haben leider ein rassistisches und korruptes Polizeisystem“

Der israelische Hochschullehrer Jitzchak Melamed hat die Einstellung von Ermittlungen gegen vier Bonner Polizisten scharf kritisiert. Er war von ihnen im vergangenen Sommer irrtümlich für einen Täter gehalten und überwältigt worden.

„Meine einzige Reaktion ist, dass Sie leider ein rassistisches und korruptes Polizeisystem haben“, teilte der in den USA lehrende Philosophie-Professor am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur mit.

Melamed war im vergangenen Juli während eines Besuchs in Bonn von einem Deutschen mit palästinensischen Wurzeln attackiert worden. Die alarmierten Polizisten hielten jedoch irrtümlich ihn selbst für den Angreifer und überwältigten ihn. Da er sich gewehrt habe, habe man ihn am Boden fixiert, hieß es. Außerdem sei er zweimal ins Gesicht geschlagen worden. Melamed selbst sagte, er sei Dutzende Male geschlagen worden. Am Montag hatte die Staatsanwaltschaft Bonn mitgeteilt, dass die Ermittlungen gegen die beteiligten Beamten eingestellt würden. Ihr Vorgehen sei nach Polizeirecht gerechtfertigt gewesen, da sich Melamed gewehrt habe.

Melamed kritisierte nun, das Verhalten der Polizisten hätte nicht von anderen Polizisten untersucht werden dürfen. Damit hätte man zwingend eine unabhängige Instanz beauftragen müssen.

(siev/dpa)
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