Mütter in der Armutsfalle „Als Alleinerziehende ist man unsichtbar“

Düsseldorf · Das Armutsrisiko für Kinder von alleinerziehenden Frauen ist besonders groß, besagt eine Studie. Zwei Mütter erzählen, wie schwer es für sie ist, über die Runden zu kommen. Die Stiftung „Alltagsheld:innen“ fordert, die Kindergrundsicherung umzusetzen und hat eine Spendenaktion initiiert.

Für Alleinerziehende ist es schwierig, finanziell über die Runden zu kommen.

Für Alleinerziehende ist es schwierig, finanziell über die Runden zu kommen.

Foto: Patrick Pleul

Sie hätte sich besser vorher überlegen sollen, wen sie heiratet – dieser Satz geht Heike Jansen (Name geändert) nicht mehr aus dem Kopf. Anhören musste sie ihn sich bei der Suche nach Unterstützung von einer Sachbearbeiterin in einem Rathaus am Niederrhein. „Damals war ich schockiert, mittlerweile habe ich mich an solche Bemerkungen gewöhnt“, sagt die alleinerziehende Mutter. Sie zerreiße sich förmlich, um allem und jedem gerecht zu werden, Beruf, Kind und Haushalt, werde aber behandelt wie eine Bittstellerin. Für Heidi Thiemann, Geschäftsführende Vorständin der Stiftung Alltagsheld:innen, die sich für die Rechte von Alleinerziehenden einsetzt, ist dies Alltag. „Die Situation vieler alleinerziehender Frauen ist erschütternd“, sagt Thiemann. „Sie werden in der Gesellschaft deutlich benachteiligt – und damit natürlich auch ihre Kinder.“