Münsteraner Hossein Ensan gewinnt zehn Millionen Dollar beim Pokern in Las Vegas

Jackpot abgeräumt : Münsteraner gewinnt zehn Millionen Dollar bei Poker-WM in Las Vegas

Hossein Ensan ist mit einem Schlag 10 Millionen Dollar reicher. Der Münsteraner triumphierte bei der Pokerweltmeisterschaft als zweiter Spieler aus Deutschland.

In der einen Hand die Glückskarten, in der anderen das berühmte goldene Armband und vor ihm ein riesiger Stapel gebündelter Geldscheine: Hossein Ensan stand nach dem Coup seines Lebens mit dem breitestmöglichen Grinsen auf den Lippen im Casino des Rio All-Suite Hotels von Las Vegas. Soeben hatte der 55 Jahre alte Münsteraner die Poker-Weltmeisterschaft gewonnen und damit den Jackpot geknackt. 10 Millionen US-Dollar!

"Es ist unglaublich, ich kann diesen Moment nicht verstehen", sagte Ensan kurz nach seinem Triumph bei ESPN, das US-Fernsehen übertrug das 50. Mainevent der World Series of Poker (WSOP) live: "Es ist das beste Gefühl meines Lebens. Ich muss schlafengehen und aufwachen. Vielleicht weiß ich dann, dass ich das Armband habe." Die prestigereiche Trophäe erhält jeder Sieger eines WSOP-Events neben dem Preisgeld. "Vielleicht ist es auch nur ein Traum, ich weiß es nicht", sagte Ensan. Etliche Freunde und Fans feierten den Familienvater lautstark.

Ensan, der in Teheran/Iran geboren wurde und 1990 nach Deutschland kam, setzte sich im finalen Duell nervenstark gegen den Italiener Dario Sammartino durch und ist nach Pius Heinz, der 2011 8,7 Millionen US-Dollar einstrich, der zweite Weltmeister aus Deutschland. Heinz ist heute als Unternehmer tätig und spielt Poker nur noch als Hobby. "Das ist eine großartige Leistung. Ich freue mich auch für das deutsche Poker, dass nach mir jemand gewonnen hat", sagte er der Bild.

Ensan tritt seit 2013 bei größeren Turnieren an. Vor seinem Auftritt in Las Vegas hatte er laut Berichten 2,6 Millionen Dollar an Preisgeldern eingespielt. Seinen großen Coup verdiente sich Ensan mit viel Durchhaltevermögen und starken Nerven. "Es ging auf und ab. Man braucht Glück, man braucht Können und einen guten Lauf. Alles hat funktioniert", sagte Ensan. 8567 Zocker waren ausgeschieden, ehe es in der Variante Texas Hold'Em lange nach 2 Uhr Ortszeit zur Entscheidung kam.

Hossein Ensan, nachdem er eine Hand am Finaltisch des World Series of Poker gewonnen hat. Foto: dpa/John Locher

Im finalen Duell mit Sammartino erhielt Ensan bei der 301. Hand des Final Table ein Paar Könige. Ensan erhöhte den Einsatz immer wieder, doch sein Kontrahent ließ nicht locker und ging schließlich in der Hoffnung auf eine Straße oder einen Flush (fünf Karten einer Farbe) All-In. Die letzte aufgedeckte Karte war dann eine Königin - sie machte Ensan um umgerechnet 8,9 Millionen Euro reicher.

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(lukra/SID)
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