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Münster: Tausende Bauern gehen gegen Düngeverordnung auf die Straße

Demo in Münster : Tausende Bauern protestieren gegen Düngeverordnung

Mehrere Tausend Bauern haben am Donnerstag in Münster gegen Verschärfungen der Düngeverordnung protestiert. Hintergrund ist der von der EU geforderte Grundwasserschutz.

Nach Angaben des Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverbandes kamen rund 6.000 Landwirte aus Nordrhein-Westfalen sowie aus dem Bundesgebiet auf dem Domplatz zusammen. An der Veranstaltung nahmen auch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und NRW-Agrarministerin Heinen-Esser (beide CDU) teil. Veranstalter waren der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband und der Rheinische Landwirtschaftsverband.

Es sei gelungen, den Landwirtschaftsministerinnen die Anliegen der Landwirte zu verdeutlichen, zog der Sprecher des Westälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes, Hans-Heinrich Berghorn, eine positive Bilanz. Auch die Landwirtschaft wolle sauberes Wasser, sagte Berghorn dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die aktuellen Vorschläge aus Brüssel überforderten jedoch die Landwirtschaft: „Wir appellieren an die Politik, da noch mal nachzudenken und nachzubessern“.

Viele der 2017 in Kraft getretenen Düngeverordnung werde von den Bauern mitgetragen, erklärte der Landwirtschaftsverband. Es brauche jedoch Zeit, bis der Erfolg der bereits ergriffenen Maßnahmen Wirkung zeige. Nach jüngsten Vorschlägen sollen unter anderem in gekennzeichneten Gebieten, die als mit Nitrat belastet gelten, die Düngung pauschal um 20 Prozent reduziert werden. Nach dem derzeitigen System würden jedoch auch viele unbelastete Gebiete als belastet eingestuft werden.

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Hintergrund ist der von der EU geforderte Grundwasserschutz. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte im vergangenen Jahr Deutschland aufgefordert, weil die Nitratbelastung im Grundwasser vielerorts den EU-weit zulässigen Grenzwert übersteigt. Das 1991 erlassene und 2008 geänderte Gesetz sieht vor, dass die EU-Länder Aktionsprogramme für als gefährdet geltende Gebiete aufstellen. Zugleich müssen die Mitgliedstaaten Daten zur Wasserqualität nach Brüssel melden.

(hsr/epd)