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Münster: Proteste gegen AfD verlaufen friedlich

Tausende Demonstranten : Proteste gegen AfD in Münster verlaufen friedlich

Die AfD hatte in Münster zum Neujahrsempfang geladen. Während die Partei um Chefin Frauke Petry im historischen Rathaus tagte, formierte sich auf den Straßen der Protest. laut Polizei blieben die etwa 8000 Demonstranten friedlich.

Die Bilanz der Einsatzkräfte ist positiv: "8000 Menschen haben auf dem Prinzipalmarkt lautstark und friedlich ihren Protest zum Ausdruck gebracht", sagte Einsatzleiter Rudi Koriath zum Ende der Demonstration. "Sowohl der Neujahrsempfang im Rathaus als auch die Protestveranstaltung verliefen ohne Störung." Das Konzept der Polizei habe sich bewährt, beide Veranstalter hätten ihr Versammlungsrecht uneingeschränkt ausüben können.

Die AfD hatte für Freitagabend zum Neujahrsempfang in den Festsaal des historischen Rathauses in Münster geladen. Als Gastrednerin erschien Parteichefin Frauke Petry in Begleitung ihres Ehemanns Marcus Pretzell, dem NRW-Vorsitzenden der AfD.

 AfD-Chefin Frauke Petry beim Neujahrsempfang im Münsteraner Rathaus.
AfD-Chefin Frauke Petry beim Neujahrsempfang im Münsteraner Rathaus. Foto: dpa, a

Bereits vor Veranstaltungsbeginn hatten sich etwa 6000 Demonstranten auf dem Prinzipalmarkt versammelt. Diese Zahl stieg jedoch laut Polizei schnell. Über mehrere Stunden hätten letztlich 8000 Menschen ihr Zeichen gegen Rechts gesetzt. Buhrufe, Pfiffe, "Nazis raus"-Gesänge in extremer Lautstärke erfüllten die gesamte Innenstadt, wie unsere Reporterin vor Ort berichtete. Die Rockband "Donots" spielte auf der Bühne am Prinzipalmarkt ein lautstarkes Gratiskonzert. Das veranstaltende Bündnis gegen Nazis beendete die Versammlung laut Polizei um 21:20 Uhr offiziell.

Lediglich einen Zwischenfall führt die Polizei in ihrem Bericht auf: Ein Zeuge habe einen 17-Jährigen beobachtet, der sich vermummt haben soll, um anschließend eine selbstgebaute Rakete abzufeuern. Die Beamten hätten bei dem Jugendlichen aus dem Kreis Coesfeld neun Feuerwerkskörper gefunden, davon fünf selbst gebaut. Zudem habe er ein verbotenes Butterfly-Messer bei sich gehabt. Ihn erwarte nun ein Strafverfahren.

Den Protest gegen die AfD-Veranstaltung hatte ein Bündnis aus Integrationsrat, Kirchen, Gewerkschaften und Kulturgruppen geplant. Die Polizei sperrte den Bereich rund um das historische Rathaus ab. Auch der Busverkehr wurde komplett umgeleitet.

Schon am Morgen hatten viele Geschäfte die EU-Flaggen aufgehängt - als Zeichen für ein "friedliches und weltofffenes Münster", wie Schilder den Schaufenstern verrieten. Die Stadt hatte die Vergabe des Raumes an die AfD mit dem Grundsatz der Gleichbehandlung aller Parteien begründet. Dass sich die europakritische Partei jedoch am Ort des Westfälischen Friedens treffen durfte, nahmen Tausende Münsteraner zum Anlass für Proteste.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Proteste bei Neujahrsempfang der AfD in Münster

(vek)