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Münster: LWL-Naturkundemuseum zeigt Teile von Gehirn von Albert Einstein

Ausstellung in Münster : Naturkundemuseum zeigt Teile von Einsteins Gehirn

Das Naturkundemuseum in Münster erklärt in einer Ausstellung, wozu das Gehirn fähig ist. Dazu stellt es auch Überreste des Physikers Einstein aus. Eigentlich dürfte es diese gar nicht geben. Aber ein Pathologe hatte den Kopf des Genies heimlich aufgesägt.

Das LWL-Museum für Naturkunde in Münster zeigt ab dem 29. Juni Teile von Albert Einsteins Gehirn. Dabei handele es sich um zwei der unzähligen mikroskopischen Schnitte, die der US-Pathologe Thomas Harvey aus dem entnommenen Hirn des verstorbenen Nobelpreisträgers 1955 gefertigt hatte, wie der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) am Dienstag in Münster erläuterte. Die Präparate sind Bestandteil der Sonderausstellung "Das Gehirn - Intelligenz, Bewusstsein, Gefühl", die das Münsteraner Naturkundemuseum vom 29. Juni bis Ende Oktober 2019 zeigt.

Die Sonderausstellung zeigt nach Angaben des Museums auf 1.200 Quadratmetern "die anatomische Vielfalt und die enormen Leistungen" des Gehirns. Über 80 echte Gehirne seien insgesamt zu sehen. Im Fokus der Ausstellung stünden auch die künstliche Intelligenz und die Welt der Tiere.

Einsteins Kopf heimlich aufgesägt

Nach Angaben des Museums war es der Wunsch des Nobelpreisträgers (1879-1955), nach seinem Tod verbrannt zu werden. Der Pathologe Thomas Harvey habe aber zuvor Einsteins Kopf heimlich aufgesägt, das Gehirn herausgezogen und konserviert. Er zerschnitt demnach das Gehirn in hunderte einzelne Blöcke und fertigte mikroskopische Schnitte des Gehirngewebes an. Erst im Nachhinein habe er den Eingriff von der Familie Einsteins absegnen lassen. Die unerlaubte Entnahme von Einsteins Gehirn habe Harvey stets damit gerechtfertigt, der Wissenschaft zu ermöglichen so etwas wie die "Quelle von Genialität" an einem einzelnen Gehirn festzustellen. Sensationelle Ergebnisse blieben jedoch aus, wie Nicola Holm, Ausstellungsmacherin in Münster, erläuterte.

Die Ausstellung ist laut Museum dank Brailleschrift, einem speziellem, mehrsprachigem Audioguide und Tastmodellen für Menschen mit Sehbehinderung genauso geeignet wie für Sehende oder für Hörbehinderte. Begleitend zur Ausstellung werden museumspädagogische Programme für Schülerinnen, Kinder und Jugendliche sowie Führungen für Erwachsene angeboten. Die besonderen Exponate sind ausgeliehen vom medizingeschichtlichen Mütter Museum in Philadelphia in den USA, einem von zwei Museen weltweit, in denen man Teile von Einsteins Gehirn besichtigen kann. Albert Einstein hat die Relativitätstheorie begründet und gilt als Inbegriff des Forschers und Genies.

(wer/kna/dpa)