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Münster: Bistum Münster meldet zwölf Hinweise auf sexuellen Missbrauch

Nach Veröffentlichung der Missbrauchsstudie : Bistum Münster meldet zwölf Hinweise auf sexuellen Missbrauch an Behörden

Das Bistum Münster hat nach der Vorstellung einer Missbrauchsstudie weitere Hinweise zu sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche erhalten. Insgesamt zwölf Meldungen gingen über verschiedene Kanäle bei der Diöszese ein.

Nach Vorstellung einer Missbrauchsstudie hat das Bistum Münster weitere Hinweise zu sexuellen Übergriffen und Missbrauch in der Kirche erhalten. Zwölf Meldungen gab die Diözese laut eigener Angabe von Montag an die Staatsanwaltschaft weiter. Davon waren elf in ein Online-Meldeportal eingetragen worden und eine über eine Telefon-Hotline erfolgt.

Das Bistum hatte das Meldeportal und die Hotline um den 13. Juni freigeschaltet, als Forschende der Universität Münster eine Aufarbeitungsstudie zu sexueller Gewalt in der Diözese vorstellten. Insgesamt gingen laut Bistum über die Hotline 37 Anrufe ein, wobei es sich in 13 Fällen um allgemeine Unmutsbekundungen handelte. Die restlichen Anrufer äußerten sich zum Teil zu bereits bekannten Sachverhalten oder lebten in anderen Diözesen und wurden an die dortigen Stellen weitervermittelt.

In einem Fall schaltete das Bistum die Staatsanwaltschaft ein. Die Person am Telefon habe hier niemanden namentlich beschuldigt, sondern nur eine Ortsangabe gemacht. „Das könnte noch ein Fall sein, wo vielleicht noch ein Täter unterwegs ist“, erklärte der Interventionsbeauftragte Peter Frings.

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Über das anonyme Meldeportal, das nach wie vor unter www.anonym-missbrauch-melden.de online ist, gingen der Diözese zufolge elf Hinweise ein. Sie seien alle an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet worden. Sechs Meldungen seien konkreten Personen zuordenbar. „Die Übrigen sind nur schwer auswertbar hinsichtlich Ort und beschuldigter Person“, hieß es. In diesen Fällen warte das Bistum die Rückmeldung der Staatsanwaltschaft ab.

Die Untersuchung der Universität zählt 196 Beschuldigte zwischen 1945 und 2020 sowie 610 Betroffene. Die Forschenden werfen den Vorgängern von Bischof Felix Genn vor, für eine „klerikale Vertuschungsgeschichte“ verantwortlich zu sein. Genn selbst hat laut Bistum in den vergangenen Wochen rund 50 Missbrauchsbetroffene zu Gesprächen getroffen.

Nach Veröffentlichung der Studie ergriff die Diözese eine Reihe von Maßnahmen und ließ unter anderem den Zugang zu den Gräbern von ehemaligen Bischöfen im Münsteraner Dom sperren. Mittlerweile gebe es erste Vorschläge von Betroffenen, wie mit den Gräbern künftig umgegangen werde, hieß es.

(toc/kna)