Mülheim: "Verschissmuss" auf SPD-Trauerschleife - Solidarität mit Floristin

Nach Schreibfehler auf SPD-Trauerschleife : Netz solidarisiert sich mit Floristin nach „Verschissmuss“-Panne

Auf Facebook gibt es viel Zuspruch für die Floristin, die den „Verschissmuss“-Rechtschreibfehler auf einer Trauerschleife der Mülheimer SPD zu verantworten hat. Nachdem der Vorfall bundesweit Schlagzeilen gemacht hatte, kündigte die Frau.

Wie am Mittwoch bekannt wurde, hat eine Mitarbeiterin der Gärtnerei in Mülheim-Oberdümpten die Bestellung der SPD für einen Kranz plus Trauerschleife zum Volkstrauertag telefonisch entgegengenommen. Die Beschriftung für die Schleife habe sie dabei fehlerhaft notiert und an die zuständige Druckerei weitergegeben. Der Rechtschreibfehler „Verschissmuss“ statt „Faschismus“ war dann erst am Samstag aufgefallen, als der Kranz bei einer Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag in Mülheim aufgestellt wurde. Ein Foto davon machte in den sozialen Medien die Runde, bundesweit haben Medien über den Vorfall berichtet.

Bereits am Montag nach dem Vorfall hat die Floristin übereinstimmenden Medienberichten zufolge ihre Kündigung bei der Gärtnerei eingereicht. Es gehe ihr sehr schlecht, heißt es in einem Facebook-Post der SPD Mülheim. Dem Betreiber der Gärtnerei fehlt nun Personal, der Laden muss derzeit geschlossen bleiben. Und das mitten im Adventsgeschäft. Zwischenzeitlich hatte sich sogar die Polizei in den Vorfall eingeschaltet, weil die SPD einen gezielten Sabotageakt von politischen Gegnern nicht ausschließen wollte.

Bei Facebook hat die Floristin in den vergangenen Tagen viel Zuspruch erhalten. Sowohl die Mülheimer SPD als auch unbeteiligte Nutzer ermutigen sie, ihre Arbeit wieder aufzunehmen und das Geschehene als eine Verkettung unglücklicher Umstände zu sehen. „Fehler, auch wenn sie noch so unvorstellbar und für alle Beteiligten peinlich sind, passieren nun mal und genau das unterscheidet uns Menschen von Maschinen“, schreibt die SPD. Die Partei hat außerdem angeboten, alle positiven Zuschriften für die Frau über das Wochenende zu sammeln und ihr in der kommenden Woche schriftlich in ausgedruckter Form zukommen zu lassen.

„Allen Beteiligten sind Fehler unterlaufen oder aber eben nicht aufgefallen“, kommentiert die SPD den Vorfall abschließend. Man selbst habe daraus gelernt und werde in Zukunft die Abläufe für solche Bestellprozesse ändern und zusätzliche Kontrollmechanismen einführen.

(siev)